Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2011

12:42 Uhr

Griechenland-Krise

Finnen bleiben Hürde bei Euro-Hilfen

Nach dem griechischen Ja zu einem harten Sparkurs sind noch nicht alle Hürden für das zweite internationale Hilfspaket aus dem Weg geräumt. Vor allem die Finnen müssen noch überzeugt werden.

Demonstranten schwenken vor dem Parlament in Athen die griechische Flagge. Auch nach dem Beschluss des Parlaments sind neue Finanzhilfen für das angeschlagene Euro-Land nicht sicher. Quelle: dapd

Demonstranten schwenken vor dem Parlament in Athen die griechische Flagge. Auch nach dem Beschluss des Parlaments sind neue Finanzhilfen für das angeschlagene Euro-Land nicht sicher.

Brüssel/BerlinDie nächste Kredittranche, die die griechische Zahlungsfähigkeit kurzfristig sichern soll, stammt noch aus dem ersten Paket und wird allen Plänen zufolge am Samstag von den EU-Finanzministern freigegeben. Die Runde will bei einer Telefonkonferenz aber auch die nächsten langfristigen Hilfen über 110 Milliarden Euro auf den Weg bringen.

Dafür müssen die Minister allerdings zuerst noch eine Antwort auf die finnische Forderung nach griechischen Sicherheiten für weitere Darlehen finden. Das skandinavische Land hat per Parlamentsbeschluss klar gemacht, dass es ohne eine solche Zusage auf kein zweites Hilfspaket eingeht. Dieses Verlangen dürfte allerdings für die Regierung in Athen unerfüllbar sein, so lange die Griechen ohnehin Sturm laufen gegen den Druck von außen.

„Es ist sehr ungewöhnlich, dass Finnland sehr harte Bedingungen stellt, aber das ist dieses Mal der Fall“, heißt es in einem EU-Dokument an finnische Diplomaten, das der Nachrichtenagentur Reuters vorlag. Nach Einschätzung der Autoren, die an den Gesprächen über die nächsten Griechenland-Hilfen beteiligt sind, kann die Forderung nicht ignoriert werden, weil die Regierung in Helsinki sonst Gefahr läuft zu stürzen. „Das wollen wir nicht. Also müssen wir diesen Punkt in Ordnung bringen, bevor wir mit einem neuen Programm für Griechenland fortfahren können.“

Finnlands Anteil an einem zweiten Kreditpaket über rund 110 Milliarden Euro wird nach Angaben von Diplomaten aus der Euro-Zone vermutlich nicht eine Milliarde Euro überschreiten. Allerdings ist die finnische Zustimmung notwendig, wenn die Darlehen über den Euro-Rettungsschirm EFSF finanziert werden sollen, unter dessen Regeln Entscheidungen einstimmig fallen müssen. Die EU hat das erste Paket über bilaterale Kredite zwischen ihren Mitgliedern und Griechenland organisiert. Die neuen Hilfen sollten nun aber über den EFSF laufen, denn diesmal sollen Garantien ausgesprochen werden anstatt Geld auf den Tisch zu legen.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

r2d2

02.07.2011, 13:29 Uhr

Beim nächsten Hilfspaket werden es nicht nur die Finnen sein, die nur noch gegen Geld-Zurück-Garantie mitmachen wollen. Und das nächste Hilfspaket wird kommen!

Profit

02.07.2011, 13:57 Uhr

Die Finnen sind anscheinend die einzigen mit klarem Verstand. Wie wollen die Gläubiger-Staaten eigentlich sicherstellen, daß Griechenland wirklich die Bedingungen der neuen Kredite einhält? Nur ein wertvolles Pfand ist Garantie, daß Griechenland einen wirklichen Anreiz hat, dem systemimmanenten Betrug Adieu zu sagen. Danke, Finnland! Deutsche Politiker sind leider sehr einfältig und ganz groß im "Geben"!

Account gelöscht!

02.07.2011, 14:40 Uhr

Mich wundert schon, dass der Deutsche Bundestag über die Einsprüche, die Petitionen und die Klagen vor dem Verfassungsgericht gegen den EFSF/ESM einfach so hinweg geht. Applaus den Finnen und warten auf das Verfassunggerichtsurteil Anfang Juli.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×