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09.02.2015

17:14 Uhr

Griechenland-Krise

Großbritannien bereitet sich auf Grexit vor

Großbritannien spielt den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone durch. Regierungschef David Cameron beriet am Montag mit Spitzenvertretern aus Finanzministerium und Notenbank über die Folgen eines möglichen „Grexits“.

Die Regierung von David Cameron spielt bereits Szenarien für den Euro-Austritt Griechenlands durch. Reuters

Vorbereitung auf den Grexit

Die Regierung von David Cameron spielt bereits Szenarien für den Euro-Austritt Griechenlands durch.

LondonDie Regierung des Nicht-Euro-Landes Großbritannien hat erste Vorbereitungen für einen möglichen Austritt Griechenlands aus der Eurozone getroffen. Einen entsprechenden Bericht der BBC bestätigten Regierung und Notenbank am Montag.

An dem von Premierminister David Cameron geleiteten Treffen nahmen auch Vertreter des Finanzministeriums und der britischen Notenbank teil. Es hatte das Ziel, die möglichen negativen Auswirkungen eines denkbaren griechischen Austritts für Großbritannien und seine Wirtschaft möglichst gering zu halten. Es gehe darum, Risiken einer Ansteckungsgefahr abzuschätzen, sagte ein Cameron-Sprecher. „Wir wollen hier wachsam sein.“

Die nächsten Stationen im griechischen Schuldendrama

27. Februar

Genau drei Jahre, nachdem der Bundestag dafür gestimmt hatte, ein zweites Hilfsprogramm für Griechenland aufzulegen, haben die Abgeordneten dieses um vier Monate verlängert. Damit soll Athen mehr Zeit bekommen, die Auflagen umzusetzen, damit noch nicht ausgezahltes Geld aus den Hilfstöpfen fließen kann. Das geschieht aber nicht sofort.

28. Februar

Um Mitternacht wäre das geltende Hilfsprogramm ausgelaufen.

Ende April

Bis dahin sollen Athen und die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) die bislang nur grob vereinbarten Reformvorhaben weiter ausarbeiten und mit konkreten Zahlen unterlegen. Sind alle einverstanden, kann Geld ausgezahlt werden. Dafür ist auch die Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bundestags nötig.

Wie viele Euro Griechenland noch zustehen, ist nicht ganz klar. Da ist zum einen die noch ausstehende Tranche aus dem Hilfsprogramm von 1,8 Milliarden Euro. Außerdem liegen rund 1,9 Milliarden Euro aus Gewinnen der EZB mit griechischen Staatsanleihen bereit. Einschließlich weiterer Mittel des IWF hofft Athen auf eine Summe von 7,2 Milliarden Euro.

30. Juni

An diesem Tag läuft das nun verlängerte zweite Hilfsprogramm aus. Viele Fachleute und Finanzpolitiker gehen davon aus, dass anschließend ein drittes Hilfspaket für Griechenland nötig sein wird. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies nie ausgeschlossen. Ob und in welcher Höhe ein solches Programm kommt, dürfte für neue harte Debatten sorgen.

20. Juli

Griechenland muss Schulden in Höhe von 3,5 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Analysten zufolge dürfte Athen bis zu diesem Termin finanziell über die Runden kommen. Danach wäre das Land aber vermutlich auf weitere Hilfe angewiesen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

20. August

Weitere 3,2 Milliarden Euro an die EZB werden fällig.

Die britischen Experten gehen davon aus, dass ein Kompromiss zwischen Griechenland und anderen Mitgliedern der Eurozone – vor allem Deutschland – erzielt werden kann. Dennoch habe sich die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Griechenland die Einheitswährung verlässt, erhöht, berichtet die BBC. Großbritannien ist über sein Bankensystem in vergleichsweise geringem Umfang mit Griechenland verknüpft.

Der britische Finanzminister George Osborne hatte am Wochenende gewarnt, dass ein Abschied Griechenlands vom Euro der britischen Wirtschaft schaden könnte. Die neue linksgerichtete Regierung aus Athen lehnt die bisherige Schulden- und Sparpolitik ab. Zudem hat sie die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) gekündigt.

Kommentare (11)

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Frau Nelly Sachse

09.02.2015, 17:43 Uhr

GB bereistet sich auf den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone vor, das ist klug. Der nächste Schritt wäre dann die Vorbereitung des Austritts von Großbritannien.

Herr Vittorio Queri

09.02.2015, 17:47 Uhr

>> Der britische Finanzminister George Osborne hatte am Wochenende gewarnt, dass ein Abschied Griechenlands vom Euro der britischen Wirtschaft schaden könnte. >>

Was hat der GREXIT mit einer Schadenswarnung zu tun ?

Die EU wird mit ca. 1,5 Billionen € dabei sein, falls ein GREXIT erfolgen sollte. Da sind die Briten natürlich mit ihrem Anteil mit dabei....€ hin oder Pfund her. Die Banken und Hedgefonds sind miteinander gekoppelt, deshalb fallen auch Verluste für die Briten an.

Tsipras ist aber in einer gehörigen Zwickmühle : einerseits hat er seinen Wählern eine Menge versprochen, dass sich nur in einem Souveränen Staat realisieren läßt,

andererseits will er in der € - Sowjetunion verbleiben, was bedeuten würden, dass er auch die Regeln dieses Vereins einzuhalten hätte und seine Wahlversprechen niemals realisieren könnte !

Wie dieser Halbstarke da raus will, weiss er wohl auch selbst nicht.

Auf jeden Fall wird es demnächst sehr knacksen an diesem auf Sand gebauten EUtopia-Haus.

Die Wände sind schon schief und die Flut steht schon vor der Tür !

Account gelöscht!

09.02.2015, 17:57 Uhr

Das EUR-Tabu brökelt Gut so! Bye bye (Finanz-) Sozialismus und welcome back Marktwirtschaft! Wie aus dem Sozialismus-EUR evt doch noch eine marktwirtschaftliche Währung wird, naja zumindest eine marktwirtschaftlichere als zuvor. So richtig kann man ja bei Brüssel nie von Markt reden, bei den EUdSSR-Bürokraten dort.

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