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11.06.2015

07:49 Uhr

Griechenland-Krise

Große Koalition will drittes Hilfspaket nicht billigen

Trotz zweier Hilfspakete bekommt Griechenland seine Finanzen nicht in den Griff. Laut Informationen der „Bild“ will die große Koalition trotzdem kein drittes Hilfspaket auflegen. Mehr Geld geben soll es dennoch.

Das krisengeplagte Land hat kaum noch Geld, um seine Schulden zu bezahlen. Ein drittes Hilfspaket will die Bundesregierung dennoch nicht genehmigen. dpa

Griechenland-Krise

Das krisengeplagte Land hat kaum noch Geld, um seine Schulden zu bezahlen. Ein drittes Hilfspaket will die Bundesregierung dennoch nicht genehmigen.

BerlinDie Spitzen der großen Koalition haben sich laut einem Zeitungsbericht darauf geeinigt, dass Griechenland auf keinen Fall ein drittes Hilfspaket bekommen soll. Ein weiteres Hilfspaket solle es auch dann nicht geben, wenn es eine Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland gebe, berichtet die „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf „gesicherte Informationen“. Stattdessen soll gegebenenfalls das laufende, zweite Hilfsprogramm, das eigentlich Ende Juni ausläuft, um Gelder aus anderen Programmen erweitert werden.

Die Verlängerung solle es nur gegen harte Reformen geben. „Wir wollen nicht unsere Leute dafür bluten lassen, dass die Verantwortlichen in Griechenland ihre Arbeit nicht machen“, sagte laut „Bild“ ein Mitglied der Bundesregierung.

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Weil die 7,2 Milliarden Euro aus dem eigentlich Ende Juni ablaufenden Programm kaum ausreichen, um Griechenland auf Dauer vor der Pleite zu bewahren, könnte das Paket um Gelder aus anderen Programmen erweitert werden, schreibt die Zeitung. Dazu zählten 10,9 Milliarden Euro, die ursprünglich zur Banken-Rettung in Griechenland vorgesehen, aber dann nicht abgerufen worden waren. Athen fordert schon lange Zugang zu der Reserve.

Die linksgerichtete Regierung verhandelt seit Monaten mit den Euro-Ländern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über die Bedingungen, zu denen sie die zurückgehaltenen Kredite erhalten soll. Bislang war Ministerpräsident Alexis Tsipras nicht bereit, alle Forderungen zu erfüllen. Gibt es in den kommenden Tagen keine Einigung, droht Athen Ende des Monats die Zahlungsunfähigkeit, was weitreichende Folgen bis zum Verlassen der Eurozone nach sich ziehen könnte.

Von

afp

Kommentare (8)

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Herr Günter Niemann

11.06.2015, 08:24 Uhr

Na, ist ja toll! Der BT zeigt möglicherweise endlich mal, was Sache ist! Dabei hat er sich vorher längst selbst entmannt. Da nimmt man einfach schlappe 11 Mrd aus der EFSF und schon bleibt er bei der Entscheidung darüber außen vor. Das Europa, der Gesetzes- und Regelbrecher und Konkursverschlepper ist auf einem guten Weg. Im Zusammenhang mit größeren Dimensionen als GR heute auf FAZ.net zu lesen: "Drohende Staatspleite - Ukraine warnt Gläubiger vor Zahlungsstopp. Der Ukraine geht das Geld aus. Nun droht das Land seinen Gläubigern: Sollte es nicht bald ein Rettungspaket geben, könnte die Regierung in Kiew ihren Schuldendienst einstellen. ..."

Herr Wilfried Runft

11.06.2015, 08:29 Uhr

Schon klar, ein drittes Hilfsprogramm liegt zu nahe an der nächsten BTW und könnte unvorhersehbare Folgen haben...
Wie sehr sich die Politik schon heute verbiegt und nur noch lächerlich macht, dürfte aber keinem verborgen bleiben! Je länger aber Griechenland, ein durch und durch marodes und zu Reformen unfähiges und unwilliges Land, im Euro gehalten wird, umsp schlimmer werden die Folgen sein.

Herr Andreas Stemplinger

11.06.2015, 11:02 Uhr

„gesicherte Informationen“ ist ein Synonym für Erstunken und Erlogen.
Griechenland wird im Euro die nächsten 20-40 Jahre Geld von den anderen Euroländern benötigen. Mit welcher Rechtfertigung würde man sonst jetzt noch mal Geld reinstecken, wenn ohne ein drittes Hilfspacket die Pleite sowieso klar ist.
Ich denke nicht das Merkel und Gabriel ein drittes Hilfspacket ausgeschlossen haben.
Bitte nennt hier Ross und Reiter von wem die Info kommt!

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