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07.01.2015

20:03 Uhr

Griechenland-Krise

Merkel mit Blick auf Athen optimistisch

Angela Merkel hat indirekt Berichte über die Entwicklung von Strategien für einen „Grexit“ dementiert. Die Bundeskanzlerin zeigt sich mit Blick auf Athen optimistisch – betont aber, dass ein zweiseitiges Prinzip gilt.

„Ihre Regel, hypothetische Fragen nicht zu beantworten, verkürzt alle Pressekonferenzen erheblich. Das ist eine weitere deutsche Erfindung, die man hier einführen sollte“, sagte der britische Premierminister David Cameron scherzhaft auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel. dpa

„Ihre Regel, hypothetische Fragen nicht zu beantworten, verkürzt alle Pressekonferenzen erheblich. Das ist eine weitere deutsche Erfindung, die man hier einführen sollte“, sagte der britische Premierminister David Cameron scherzhaft auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel.

LondonDeutschland hat sich nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel stets dafür eingesetzt, dass Griechenland Mitglied in der Euro-Zone bleibt. Nach einem Treffen mit dem britischen Premierminister David Cameron zeigte sie sich am Mittwoch in London zugleich zuversichtlich, dass dies weiter gelingen werde.

„Wir haben eine riesige Strecke des Weges zurückgelegt, und ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass wir auch den Rest dieser Strecke gemeinsam zurücklegen werden“, sagte die Kanzlerin. Es sei wichtig, den Bürgern und den Finanzmärkten zu sagen, dass sie persönlich, aber auch die Bundesregierung dieses Ziel hätten.

Griechenland habe bereits einen erheblichen Teil der Reformen mit großen Einschnitten für die Bevölkerung umgesetzt. Wichtig sei, dass weiter ein zweiseitiges Prinzip gelten müsse: Griechenland vereinbare mit den internationalen Geldgebern Reformen und setze diese um. Die Partner seien im Gegenzug solidarisch. Dieses Konzept sei sehr erfolgreich gewesen.

Die Euro-Familie und der Rest der EU

Nachwuchs

Die Euro-Familie hat Nachwuchs bekommen: Mit Litauen sind von 2015 an 19 der 28 EU-Staaten Mitglied der Eurozone. Wie geht es weiter? Die meisten der anderen neun Länder haben keine Wahl. Fast alle müssen aufgrund der EU-Verträge der Währungsunion beitreten, sobald sie dafür reif sind.

Rumänien

Das Land will den Euro nach letztem Stand 2019 einführen. Dies hatte die Regierung Anfang Mai in Brüssel angemeldet. Allerdings ist die Zustimmung in der Bevölkerung kontinuierlich gesunken.

Tschechien

Der deutsche Nachbar ist nach Ansicht der Regierung noch längst nicht bereit für den Euro. Als möglichen Termin hat sie zuletzt das Jahr 2020 genannt.

Ungarn

Die rechts-konservative Regierung des Landes strebt in absehbarer Zeit nicht an, den Forint durch den Euro zu ersetzen: „Wir sprechen da nicht vom nächsten Jahr, sondern vom nächsten Jahrzehnt oder den nächsten zwei oder drei Jahrzehnten.“ In der Bevölkerung ist eine knappe Mehrheit der Bevölkerung für die Einführung des Euro.

Bulgarien

In dem Land ist der Euro derzeit kein Thema. Das Land werde den Euro einführen, „allerdings nicht um jeden Preis“, lautet das Credo der Regierung. Rund zwei Drittel der Bulgaren wollen die heimische Währung Lew nicht durch den Euro ersetzen.

Kroatien

Auch für Kroatien ist der Abschied von der Landeswährung Kuna kein Thema, zumal die Wirtschaft des jüngsten EU-Mitgliedslandes faktisch schon intensiv mit dem Euro arbeitet. So werden viele Preise auch in Euro angegeben. Notenbankchef Boris Vujcic hält einen Beitritt vor 2019 für unmöglich; die Öffentlichkeit ist gegen den Euro.

Vereinigtes Königreich

Die Briten haben das vertraglich zugesicherte Recht, das Pfund zu behalten, auch wenn sie für den Euro qualifiziert wären. Sie gehören nicht zum Europäischen Wechselkursmechanismus, der als „Vorzimmer“ zum Euro gilt. Bei den euroskeptischen Briten ist keine Abkehr von diesem Sonderweg in Sicht.

Dänemark

Auch die Dänen hat das Recht, sich gegen die Euro-Einführung zu sperren. Im Jahr 2000 entschieden sich die Dänen in einer Volksabstimmung dagegen, die eigene Krone zugunsten der Gemeinschaftswährung aufzugeben. Dänemark gehört zum Europäischen Wechselkursmechanismus.

Schweden

Die Schweden hatten sich in einer Volksentscheidung 2003 gegen eine Ablösung ihrer Krone durch den Euro ausgesprochen. Aktuell verhindert das Land einen Euro-Beitritt, indem es kein Mitglied des Wechselkursmechanismus ist. Vertraglich ist aber geregelt, dass Schweden beitreten muss, sobald es reif für den Euro ist.

Polen

Die Polen haben es mit dem Beitritt zur Eurozone nicht eilig. Die Regierung will sich noch nicht auf ein Datum für die Einführung des Euro festlegen. Es sei zu früh, einen Zeitpunkt zu nennen, heißt es in Warschau.

Merkel widersprach damit indirekt Medienberichten, wonach die Bundesregierung nach den Parlamentswahlen in Griechenland am 25. Januar auch einen Austritt des Landes in Kauf nehmen würde. Der in Umfragen führende Chef des Linksbündnisses Syriza, Alexis Tsipras, hat ein Ende der Sparpolitik angekündigt, falls er die Abstimmung gewinnt.

Kommentare (1)

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07.01.2015, 20:43 Uhr

Sorry, aber Frau Merkel und ihre Mitläufer leiden an Realitätsverlust, mit steigendem Ausmass. Die Gefahren für die Bürger wachsen täglich, wie wir heute wieder drastisch erleben mussten. Und die herrschende Politik trägt leider eine massive Mitschuld.

Finanzielle Sicherheit: vorbei
Innere Sicherheit: adé

Was wird als nächstes auf der Strecke bleiben?

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