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23.06.2015

06:11 Uhr

Griechenland-Krise

Rettung in letzter Minute

VonRuth Berschens

Kurz vor Torschluss kommt die überraschende Wende: Griechenlands Premier Tsipras gab seine Blockadehaltung auf und ging auf seine internationalen Geldgeber zu. Ein schwieriger - aber machbarer - Endspurt steht an.

Gute Laune bei Alexis Tsipras: Griechenland ging auf seine internationalen Geldgeber zu. ap

Alexis Tsipras

Gute Laune bei Alexis Tsipras: Griechenland ging auf seine internationalen Geldgeber zu.

BrüsselTausend mal diskutiert, tausend mal ist nichts passiert. Tausend und eine Nacht – und dann hat’s Zoom gemacht. Auf den kurzen Nenner lässt sich die jüngste Wendung in den Verhandlungen der Euro-Zone mit Griechenland bringen. Tausend Nächte sind zwar noch nicht vergangen seit dem Wahlsieg der linkspopulistischen Syriza, doch immerhin fünf ungenutzte Monate. Die griechische Regierung entfernte sich in dieser Zeit immer mehr von ihren Geldgebern, fast wäre es zum endgültigen Bruch mit der Euro-Zone gekommen.

Doch dann – kurz vor Toresschluss - die überraschende Kehrtwende: In der Nacht von Sonntag auf Montag hat es Zoom gemacht. Griechenlands Premier Alexis Tsipras gab seine Blockadehaltung auf und ging auf seine internationalen Geldgeber zu – und das auch noch in Riesenschritten. Das jüngste griechische Angebot enthält im wesentlichen alle Reformen und Sparmaßnahmen, die der IWF und die Euro-Zone vorher immer wieder vergeblich angemahnt hatten. Tsipras ist plötzlich bereit, die Frühverrentung zu stoppen, das Rentenalter auf 67 Jahre aufzustocken, die Mehrwertsteuer zu erhöhen, neue Luxussteuern zu erheben und die Privatisierungen voranzutreiben. „Die griechischen Vorschläge sind ein guter Ausgangspunkt“, lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Euro-Sondergipfel am Montagabend.

Den „Graxident“ abgewendet?

EU-Ratspräsident Donald Tusk hatte das Treffen einberufen, „um das Schlimmste“, nämlich einen chaotischen „Graxident“ zu verhindern. Das könnte dem ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten jetzt tatsächlich gelingen. Vorher müssen die Griechenland-Retter allerdings noch eine sehr anstrengende Woche hinter sich bringen. Die Unterhändler von IWF und Euro-Zone stehen jetzt unter höchstem Zeitdruck. Bis Mittwoch müssen sie mit den griechischen Regierungsvertretern eine Kreditvereinbarung aushandeln. Das sogenannte „staff level agreement“ soll schon am Mittwoch stehen und am Abend desselben Tages von der Eurogruppe beschlossen werden.

Neue Griechenland-Gespräche: Euro-Treffen am Mittwoch soll Durchbruch bringen

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Die Gespräche der Euro-Gruppe gingen am Montag ohne Entscheidungen zu Ende - die Hoffnungen richten sich nun auf ein neues Treffen am Mittwoch. Denn: Athen hat Reformvorschläge gemacht, die Bewegung in die Sache bringen.

Am Donnerstag würden die Euro-Regierungschefs der Vereinbarung dann ihren Segen geben am Rande des dann stattfindenden regulären EU-Gipfels in Brüssel. Nötig ist zudem ein griechischer Parlamentsbeschluss. Die Abgeordneten in Athen müssen nicht nur die Vereinbarung billigen, sondern auch erste unpopuläre Reformbeschlüsse fassen. Erst wenn das geschehen ist, kann der Deutsche Bundestag zustimmen. Das dürfte Anfang kommender Woche der Fall sein.

Nur wenn das alles binnen einer Woche gelingt, können die Euro-Zone und der IWF Griechenland den Restbetrag von 7,2 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm auszahlen und so die Staatspleite abwenden. Griechenland und seine Geldgeber haben also noch eine schwierige Wegstrecke vor sich. Wenn alle guten Willen zeigen, sollte sie aber zu bewältigen sein.

Kommentare (49)

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Frau Sonja Huber

23.06.2015, 07:19 Uhr

Die Retter konnten dem Druck der US-Administration nicht Stand halten und freuen sich wie dumme kleine Kinder, Griechenland weiter mit Milliarden Steuergelder beglücken zu dürfen. Aus 320 Milliarden Euro Hilfen für Griechenland, werden es bald 500 Milliarden, zurückbezahlt wird das Geld niemals werden.
Der Grexit wird nur in die Zukunft verschoben.
Das griechische Volk geht den falschen Weg, das Leiden wird verlängert und die deutschen Steuerzahler kommen wir den Wahnsinn auf..

Herr Bin Sauer

23.06.2015, 07:50 Uhr

Griechenlands Premier Tsipras hat es geschafft mit mit Hilfe ( der USA und "Mutti") , die "EU Klugscheißer" über den Tisch zu ziehen . Wenn das Geld gezahlt ist, wird man hören, die Auflagen können nicht erfüllt werden.

Herr Heinz Mentor

23.06.2015, 07:51 Uhr

"es kann nicht sein was nicht sein darf"
Es wird niemals einen Grexit geben, komme was da wolle.
Am Bauerntheater für den kleinen Mann spielen alle Politker mit.
Armes Deutschland, wir werden noch lange lange bezahlen müssen!

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