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20.10.2011

12:01 Uhr

Griechenland-Krise

Weitere Streiks und Proteste in Griechenland

Vor der Parlamentsdebatte für ein neues Sparpaket sind Demonstranten in Athen erneut gegen die Regierungspolitik auf die Straße gegangen. Die Angst vor weiteren militanten Protesten ist groß.

Ein Protest von vielen: Zum Teil setzen Demonstranten auch Gewalt ein. dpa

Ein Protest von vielen: Zum Teil setzen Demonstranten auch Gewalt ein.

AthenNach den gewaltsamen Protesten in Athen haben die griechischen Gewerkschaften am Donnerstag ihren landesweiten Generalstreik fortgesetzt. Wenige Stunden vor der entscheidenden Debatte über ein weiteres Sparpaket zogen zudem erneut zahlreiche Demonstranten in Richtung des Parlamentsgebäudes, um ihren Frust über die staatlichen Kürzungen auf die Straße zu tragen. Es wurde befürchtet, dass die Proteste wie schon am Vortag in Straßenschlachten enden könnten.

Die Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou wollte am Vormittag (gegen 11.00 Uhr MESZ) zunächst zu einer Kabinettssitzung zusammenkommen. Im Anschluss sollte das Parlament abschließend über das nächste Sparpaket beraten, das die Geldgeber von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds als Bedingung für weitere Hilfskredite gefordert haben. Ohne Finanzspritzen kann das Land seine Schulden nicht mehr bedienen. Ein Zahlungsausfall aber könnte die gesamte Euro-Zone in eine tiefe Krise stürzen.

Griechenland steckt das dritte Jahr in Folge in der Rezession. Die Staatsverschuldung beläuft sich auf 162 Prozent der Wirtschaftsleistung. Beim EU-Gipfel am Sonntag in Brüssel soll eine Strategie für das weitere Vorgehen in der Schuldenkrise vorgestellt werden.

Bereits am Mittwoch hatten sich in Athen Polizisten und Demonstranten stundenlange Straßenschlachten geliefert. Die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen Randalierer vor, die Steine und Brandsätze warfen. Die Polizei räumte schließlich den Syntagma-Platz, an dem auch das Parlament seinen Sitz hat. Dort billigten die Abgeordneten am Abend das neue Sparprogramm in erster Lesung. Wegen des Generalstreiks blieben auch am Donnerstag Läden, Ämter, Ministerien und Schulen geschlossen. Der nationale Ausstand soll noch bis Mitternacht andauern.

Von

rtr

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