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22.02.2011

13:03 Uhr

Griechenland-Krise

"Wiedereinführung der Drachme wäre Wahnsinn"

VonDietmar Neuerer

Exklusiv Griechenland wird den Pleitegeier nicht los. Experten raten der Politik zu drastischen Maßnahmen, um einen Staatsbankrott zu verhindern. Doch die FDP warnt vor falschem Aktionismus.

Griechenland-Flagge: Was tun gegen die drohende Pleite? Quelle: Reuters

Griechenland-Flagge: Was tun gegen die drohende Pleite?

Düsseldorf/BerlinDer FDP-Europaabgeordnete Jorgo Chatzimarkakis hat sich dafür ausgesprochen, das finanziell angeschlagene Griechenland umzuschulden, um einen Staatsbankrott des Mittelmeerstaates zu verhindern. "Der EU-Gipfel im März sollte eine Umschuldung nach dem Vorschlag von Klaus Regling beschließen - das ist die einzige Lösung", sagte Chatzimarkakis Handelsblatt Online. "Gleichzeitig braucht Athen einen EU-Marshall-Plan; dazu müssen keine neuen Gelder fließen, sondern nur bereits existierende EU-Mittel umgeschichtet werden.", fügte das FDP-Bundesvorstandsmitglied hinzu.

Der Umschuldungs-Plan Reglings, dem Chef des europäischen Rettungsschirms, kursiert bereits seit einigen Wochen. Regling hatte den Regierungen der Euro-Zone vorgeschlagen, Griechenland aus den Mitteln seines Rettungsfonds einen Kredit zu gewähren, mit dem das Land eigene höher verzinsliche Anleihen zum Marktpreis aufkaufen könne. Weil die griechischen Papiere unter ihrem Nennwert notieren, läuft das Verfahren auf einen freiwilligen Forderungsverzicht der Gläubiger hinaus. Regling konzipierte ein ähnliches Verfahren Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als er beim Internationalen Währungsfonds an der Rettung der Philippinen arbeitete.

Den Vorschlag des europäischen Sachverständigenrats EEAG, Griechenland notfalls auch aus der Europäischen Währungsunion auszuschließen wies Chatzimarkakis scharf zurück. "Eine Wiedereinführung der Drachme wäre blanker Wahnsinn, Griechenland würde dauerhaft zum kranken Mann Europas", sagte der FDP-Politiker. "Die Schulden müssten weiter in Euro bedient werden, das Land gewinnt mit einer butterweichen Drachme keinen Blumentopf."

Der europäische Sachverständigenrat EEAG befürchtet eine drohenden Pleite Griechenlands. Das hoch verschuldete Land könnte spätestens 2013 neue Rettungshilfen brauchen, warnt die Gruppe von Ökonomen um den Präsidenten des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, in ihrem Bericht, der der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou wollte am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin über die wirtschaftliche Entwicklung seines Landes sprechen.

Kommentare (6)

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egal

22.02.2011, 13:19 Uhr

eine drastische Maßnahme wäre die Schweiz abzuschaffen wo die korrupten Politiker ihre Konten pflegen. Diese Konten enteignen und dem Staat wieder gutschreiben. Das sorgt für eine positive Note auf der Aktiva Bilanzseite.

Account gelöscht!

22.02.2011, 22:17 Uhr

"Griechenland würde dauerhaft zum kranken Mann Europas".
GR war (außer in der Antike) der kranke Mann Europas, und hat sich dieser Tatsache durch Bilanzfälschen entziehen wollen. Warum gehen Sie nicht als Consultant mit Ihrem grillianten ökonomischen Sachverstand nach GR? Dort könnten Sie die Karre in 2 bis 3 Dekaden locker aus dem Dreck ziehen.

Account gelöscht!

22.02.2011, 22:23 Uhr

"...Griechenland würde dauerhaft zum kranken Mann Europas".
GR war (außer in der Antike) ein kranker Mann Europas. Aus dieser Situation wollte es sich durch Bilanzfälschungen auf Kosten andere gesunden. Warum gehen Sie mit Ihrem grillianten ökonomischen Sachverstand nicht nach GR und ziehen in 2 bis 3 Dekaden die Karre aus dem Dreck? Dort werden Menschen wie Sie jetzt gebraucht.

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