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27.02.2015

11:49 Uhr

Griechenland

Minister droht Europa mit „Flüchtlingswelle“

Der griechische Vize-Innenminister fordert mehr Unterstützung für sein Land bei der Versorgung von Flüchtlingen. Ansonsten werde Athen 300.000 bis 500.000 illegale Immigranten in andere europäische Länder weiterschicken.

Flüchtlingslager nahe Athen: Schickt Griechenland die Immigranten bald in andere EU-Länder? dpa

Flüchtlinge.

Flüchtlingslager nahe Athen: Schickt Griechenland die Immigranten bald in andere EU-Länder?

München/AthenDer griechische Vize-Innenminister Giannis Panousis hat nach Medienberichten damit gedroht, 300 000 bis 500 000 illegale Immigranten in andere europäische Länder weiterzuschicken. Das krisengeschüttelte Griechenland müsse bei der Versorgung der Flüchtlinge stärker von anderen EU-Ländern unterstützt werden, forderte Panousis. „Ansonsten werden wir 300.000 Immigranten Reisepapiere ausstellen und damit Europa überfluten“, zitierte ihn das Nachrichtenmagazin „Focus“ am Freitag.

Im griechischen Rundfunk hatte Panousis auch die Zahl von 500 000 Flüchtlingen genannt, die weitergeschickt werden könnten. Das wären in etwa alle illegalen Immigranten, die sich Schätzungen zufolge derzeit in Griechenland aufhalten.

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Panousis ist parteilos, steht aber dem Linksbündnis Syriza nahe. Er hatte kürzlich bereits die sogenannte Dublin-III-Verordnung zu Flüchtlingen in der EU als falsch bezeichnet. Die Regelung sieht vor, dass jeweils jenes Land für einen Flüchtling zuständig ist, in das der Asylsuchende in die EU einreist. Das heißt, dass Griechenland Flüchtlinge aus Drittstaaten nicht einfach in andere EU-Länder weiterschicken darf.

Panousis forderte, die Immigranten gleichmäßiger in Europa und vor allem auch unter Berücksichtigung der Wirtschaftskraft der einzelnen Länder zu verteilen.

Griechenland steht wegen der harschen Behandlung von Flüchtlingen seit längerem in der Kritik. Vor einem Monat forderte das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), rassistische Attacken auf Asylsuchende müssten unterbunden werden. Zudem seien die die Unterkünfte für Asylsuchende völlig unzureichend. Teilweise müssten Asylsuchende sogar monatelang bis zur Bearbeitung ihres Antrags im Gefängnis sitzen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Frau Ellis Müller

27.02.2015, 12:08 Uhr

"...300 000 bis 500 000 illegale Immigranten " Wieso kann man die nicht zurück schicken. Es wird immer absurder in Europa.

Herr Markus Bullowski

27.02.2015, 12:27 Uhr

Illegale Einwanderer unverzüglich ausweisen, und Griechenland bei der Verhinderung weiterer illegaler Einreise helfen: Durch Zäune, Gräben, Kanonenboote. Europa muss endlich seine Grenzen schützen!

Account gelöscht!

27.02.2015, 13:36 Uhr

Der Minister ist fähig. Er trifft die richtigen Entscheidungen und nennt das Kind beim Namen. Können wir den nicht gegen unseren Innenminister austauschen? Mehr Knete würde er hier auch verdienen (natürlich nicht bekommen).

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