Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.02.2015

13:44 Uhr

Griechenland

Moskau sagt Tsipras Unterstützung zu

Auf der Suche nach Geldgebern will Griechenland sich nicht mehr auf den Westen beschränken. In Russland ist Athen nun fündig geworden. Der Kreml hat der neuen Regierung Unterstützung zugesagt.

Griechenland-Krise

Grexit für Euro-Zone „ökonomisch verschmerzbar“

Griechenland-Krise: Grexit für Euro-Zone „ökonomisch verschmerzbar“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

MoskauRussland hat der neuen griechischen Regierung Unterstützung zugesagt. Sollte das wirtschaftlich angeschlagene Griechenland in Russland um Finanzhilfe bitten, werde dies geprüft, sagte Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen mit seinem neuen griechischen Kollegen Nikos Kotzias am Mittwoch in Moskau.

Lawrow zufolge sprachen die beiden Minister auch über eine geplante Gasleitung durch das Schwarze Meer in die Türkei. Von der Pipeline könne auch Griechenland profitieren, meinte er. Zudem solle die Kooperation im militärischen Bereich ausgebaut werden, sagte Lawrow.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Die Regierung in Athen unter dem linken Ministerpräsidenten Alexis Tsipras pflegt enge Beziehungen zu Russland und hat angekündigt, eine Brücke zwischen der EU und dem Riesenreich schlagen zu wollen.

Brüssels Sanktionspolitik gegen Moskau unterstütze die Führung in Athen nicht, sagte Kotzias. „Wir müssen andere Instrumente finden“, forderte er der Agentur Interfax zufolge.

Von

dpa

Kommentare (27)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Rene Weiß

11.02.2015, 13:55 Uhr

Perfekt! Her mit dem russischen und chinesischen Geld. Dann können die dt. Schulden zurückgezahlt werden. Bin mal gespannt, ob Rußland oder China das Geld auflagenfrei schenken und genauso niedrige Zinsen und Rückzahlungsfristen gewähren. Da werden sich Tsipras und Varoufakis aber umschauen...Bloß nicht erpressen lassen.

Herr C. Falk

11.02.2015, 14:05 Uhr

Das Griechenland die Russische Karte zieht, war mir von Anfang an klar, spätestens dann als die neue griechische Regierung stand.

Ich habe das auch mehrfach hier so geschrieben.

Interessant dürfte nur sein, ob Griechenland diese Karte nur vorweist oder diese Karte auch tatsächlich spielen wird, in dem Sinn dass konkrete zielführende Verhandlungen mit Russland geführt werden, möglicherweise sogar paralell mit Verhandlungen in Brüssel zur Illuminierung der Athener Möglichkeiten.

Herr Rene Weiß

11.02.2015, 14:15 Uhr

Wie soll die Karte denn "stechen", um mal beim Skat zu bleiben? Dann finanziert eben Rußland die griechischen Wahlgeschenke. Dann gehts wieder ein paar Monate gut. Griechenland wird keine Reformen machen, und ist dann trotzdem pleite. Und Rußland? Wenn die USA weiterhin viel Öl fördern, ist Rußland zusammen mit Griechenland pleite. Sehr viele Schulden machen, um viele Schulden zurück zu zahlen, das Geschäftsmodell geht nicht auf.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×