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13.04.2013

15:07 Uhr

Griechenland

Nächste Hilfszahlung in Sicht

Die Troika hat Kreisen zufolge die erste Prüfung der Reformbemühungen Griechenlands abgeschlossen. Griechenland kann somit bald mit der nächsten Hilfszahlung rechnen. Allerdings müssen noch einige Hürden genommen werden.

Griechenland steht die nächste Hilfstranche bevor. dapd

Griechenland steht die nächste Hilfstranche bevor.

DublinGriechenland kann Kreisen zufolge bald mit der nächsten Hilfstranche der internationalen Geldgeber von zehn Milliarden Euro rechnen. Die Troika aus Europäischer Union, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) habe die erste Prüfung der Reformbemühungen des Landes seit der letzten Zahlung im Dezember beendet, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person am Samstag. Die Euro-Finanzminister und der IWF würden über die Ergebnisse im Mai beraten. Erst danach kann das Geld auch fließen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte beim informellen Treffen der EU-Finanzminister und Notenbankchefs in Dublin, es gebe noch keine neue Entscheidung zu Griechenland. Es seien noch nicht alle Voraussetzungen für die Tranche erfüllt. Der Chef des Euro-Rettungsschirms, Klaus Regling, hatte am Freitag gesagt, dass Griechenland 2,8 Milliarden Euro erhalte, sollten die geforderten Eckpunkte erreicht sein. Darüber hinaus stehen 7,2 Milliarden Euro aus Anleihen zur Verfügung, um die Banken zu rekapitalisieren.

Die Maßnahmen des griechischen Sparpakets

Renten

Die Rentner müssen mit Kürzungen um fast 4,8 Milliarden Euro rechnen. Alle Renten von 1000 Euro aufwärts werden um fünf bis 15 Prozent gesenkt. Das Weihnachtsgeld für Rentner wird abgeschafft; es war bereits von einer Monatsrente auf 400 Euro gekürzt worden. Die Gewerkschaften rechneten aus, dass damit die Rentner im Durchschnitt 2000 Euro im Jahr verlieren werden.

Arbeitnehmer

Die Abfindungen für entlassene Arbeitnehmer werden drastisch gesenkt. Arbeitgeber dürfen Verträge mit jedem einzelnen Arbeitnehmer schließen. Damit werden praktisch Tarifverhandlungen umgangen.

Staatsbedienstete

Auch den Staatsbediensteten werden die jeweils verbliebenen 400 Euro vom Weihnachtsgeld sowie vom Urlaubsgeld gestrichen. Viele Löhne und Gehälter sollen um sechs bis 20 Prozent verringert werden. Bis Ende 2012 sollen 2000 Staatsbedienstete in die Frühpensionierung gehen oder entlassen werden. Bis zum Eintritt des Rentenalters erhalten sie dann 60 Prozent ihres letzten Gehalts.

Gesundheitswesen

Im Gesundheitswesen sollen 1,5 Milliarden Euro eingespart werden. Unter anderem sollen die Versicherten sich mit höheren Eigenbeiträgen beim Kauf von Medikamenten beteiligen. Zahlreiche Krankenhäuser sollen schließen. Andere sollen sich zusammenschließen.

Gehaltskürzungen

Die Gehälter der Angestellten der öffentlich-rechtlichen Betriebe, wie beispielsweise der Elektrizitätsgesellschaft (DEI), sollen denen der Staatsbediensteten angeglichen werden. Dies bedeutet für die Betroffenen nach Berechnungen der Gewerkschaften bis zu 30 Prozent weniger Geld.

Kindergeld

Familien, die mehr als 18 000 Euro im Jahr verdienen, haben keinen Anspruch auf Kindergeld mehr.

Rentenalter

Das Rentenalter wird für alle von 65 Jahre auf 67 Jahre angehoben.

Nach einer monatelangen Zitterpartie hatte Griechenland im Dezember wieder einmal eine Staatspleite abgewendet. Im Gegenzug für die Milliardenhilfen sagte das Land weitreichende Reformen zu. Insgesamt hat Griechenland seit dem ersten Rettungsprogramm 2010 bislang 200 Milliarden Euro an Hilfen erhalten.

Von

rtr

Kommentare (17)

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Augias

13.04.2013, 15:24 Uhr

Die korrupten und verkommenen Griechen haben keinen einzigen Cent von unseren ehrlich versteuerten Euro-Milliarden verdient! Dafür, dass wir ihnen helfen, müssen wir uns auch noch als Naaaaaahziiiiiehs beschimpfen lassen, und unsere Kanzlerin wird in Nazi-Uniform abgebildet. Das darf doch gar nicht wahr sein, dass wir solche charakterlich verkommene Menschen auch noch unterstützen, während bei uns jede Menge Baustellen unbesetzt sind: Rentenversicherung, Bildung, Integration, Steuerpolitik, Arbeitsmarkt usw. Das alles sind Bereiche, die wir der Euro-Rettung - ohne jede Not! - opfern, und damit auch noch Strukturen belohnen und für ihr Fehlverhalten honorieren, die es absolut nicht verdient haben!

Pequod

13.04.2013, 15:31 Uhr

Seit Beginn der Milliardenhilfen für Griechenland
hat sich das BIP von Griechenland um weitere 25 %
verschlechtert und die Arbeitslosigkeit auf einen
Rekordstand getrieben.
Ein weiterer Grund die AfD - Alternative für Deutschland -
zu wählen, um Griechenland den Austritt aus diesem Irr-
sinnssystem der Eurosion vorzuschreiben!

Account gelöscht!

13.04.2013, 15:32 Uhr

Mit den Milliarden aus deutschen Steuergeldern werden Zinsen griechischer Staatsanleihen bezahlt, die von der EZB vertragswidrig (Lissabon-Vertrag) gekauft werden. Das Geld sieht Deutschland aber nie wieder, den Griechen wird alles erlassen am Ende. Auch die Hilfszahlungen - wetten ??

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