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02.02.2015

12:56 Uhr

Griechenland

Obama gibt Tsipras Rückendeckung

Barack Obama hat Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung von Alexis Tsipras vom strengen Sparkurs. Von der EU forderte der US-Präsident eine Wachstumsstrategie für das Land.

US-Präsident Barack Obama zeigt Verständis für den Kurs der neuen Regierung in Griechenland. ap

Unterstützung für Tsipras

US-Präsident Barack Obama zeigt Verständis für den Kurs der neuen Regierung in Griechenland.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat Verständnis für das Abweichen der neuen griechischen Regierung vom strengen Sparkurs gezeigt. „Sie können Länder, die sich inmitten einer Depression befinden, nicht immer weiter ausquetschen“, sagte Obama am Sonntag im Interview mit dem Fernsehsender CNN. Bei einer Wirtschaft, die sich „im freien Fall“ befinde, brauche es vor allem eine Wachstumsstrategie. Nur so könne ein Land seine Schuldenlast reduzieren.

Obama räumte ein, dass Strukturreformen in Griechenland bitter nötig seien. Angesichts des rapide sinkenden Lebensstandards der Menschen seien diese aber schwer umzusetzen. Er hoffe, dass Griechenland in der Euro-Zone bleiben könne, sagte der US-Präsident. Dafür seien aber „Kompromisse auf allen Seiten“ nötig.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Das überschuldete Griechenland erhielt seit 2010 Kredite in Höhe von 240 Milliarden Euro, um es vor dem Staatsbankrott zu bewahren. Im Gegenzug musste das Land sich zu Reformen bereit erklären, deren Fortschritte von der Troika aus Internationalem Währungsfonds (IWF), Europäischer Zentralbank (EZB) und EU-Kommission überwacht werden. Die neu gewählte Regierung unter dem linken Regierungschef Alexis Tsipras will viele Sparmaßnahmen aussetzen und hat die Zusammenarbeit mit der Troika aufgekündigt. Vor allem die Bundesregierung lehnt einen von Athen geforderten Schuldenschnitt aber ab.

Versöhnliche Worte aus Athen

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Versöhnliche Worte aus Athen: Griechenlands Liebesbriefe an Berlin

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Tsipras und sein Finanzminister Giannis Varoufakis werben derzeit in Europa für ihren Kurswechsel. Tsipras traf am Montag in Zypern ein, wo er Gespräche mit Präsident Nikos Anastasiades führte. Varoufakis besuchte am Montag seinen britischen Amtskollegen in London. Finanzminister George Osborne sagte vor dem Gespräch, er begrüße die Gelegenheit, mit Varoufakis über die Stabilität der europäischen Wirtschaft sowie Maßnahmen für mehr Wachstum zu beraten. Obwohl Großbritannien nicht der Euro-Währungsgruppe angehört, will Varoufakis eine Verbindung zu dem Land aufbauen.

Der Finanzminister hatte am Sonntag in Paris angekündigt, dass Athen bis Ende Februar detaillierte Pläne auf den Tisch legen wird. Bis Ende Mai hofft er auf eine neue, international abgestimmte Lösung, was den Umgang mit der griechischen Schuldenkrise angeht.

Kommentare (26)

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Herr Hannes Niesslbeck

02.02.2015, 13:08 Uhr

Obama hat halt Ahnung von wirtschaftlichen Dingen, ich wollte von europäischen Spitzenpolitikern könnte man das auch behaupten.

Herr Günther Schemutat

02.02.2015, 13:17 Uhr

Amerika und Deutschland haben die härtesten Vollstreckungsgesetze wenn man Schuldner ist. In Amerika kommen die Kopfgeldjäger man regelt seine Sachen oder versucht es und dann ist das OK. Niemand in Amerika erfährt davon.

In Deutschland gibt es staatliche Gerichtsvollzieher , die für die Gläubiger das Geld eintreiben und 100 Inkassobüros zussätzlich. Alles kommt in die Schufa damit derjenige nie wieder Luft holen kann, wird er durch den negativ Eintrag vom Leben abgeschnitten. Der Staat ist nicht unpatrteiisch er mißbraucht dadurch seine Macht. Zu oft gibt der Staat noch einen Haftbefehl zur Eidesstattlichen VERS: Abnahme aus. Das ist Wahnsinn! Menschenfeindlich!

Mit Griechenland kann man nicht so umgehen , Angela Merkel wird merken das
Europa wieder anfängt zu leben und aus der mafiösen Gelderpressungen
aussteigen wird. Das Merkeleuropa wird langsam aufgelöst.

In Urlaub kann man nur noch in die Türkei fahren. Die sind beliebt bei Deutschen Politikern. Zypern überfallen anektiert die Hälfte??? Na..und wir sind weiter Freunde keine Sanktionen bis heute passiert. Aber Russland!

Herr richard roehl

02.02.2015, 13:17 Uhr

Wieso Rückendeckung? Er hat ihnen diese Strategie doch geradezu aufgenötigt über die von ihm protegierte Finanzelite

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