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09.07.2013

14:16 Uhr

Griechenland plant Sondersteuer

Luxuswagen kommen Besitzer künftig noch teuerer

Langsam wird es konkret, die griechische Regierung verteilt Sparlasten auf die privaten Haushalte. Zu nun anstehenden Luxussteuern auf große Autos und Schwimmbäder könnten bald weitere Bereiche hinzu kommen.

Griechenland will nun auch die Besitzer von Luxuswagen zur Kasse bitten. dpa

Griechenland will nun auch die Besitzer von Luxuswagen zur Kasse bitten.

Die internationalen Geldgeber schicken weiter Milliarden an Kredithilfen nach Griechenland, verlangen aber ein schnelleres Tempo bei der Umsetzung der Reformvorgaben. In Athen machte sich am Dienstag Erleichterung breit. Um das große Haushaltsloch zu stopfen, sollen nun auch die Besitzer von Mittelklasse- und Luxuswagen zur Kasse gebeten werden. Noch in diesem Monat soll das Parlament ein Gesetz billigen, das eine Sondersteuer für die Autohalter vorsieht. Diese soll rund 130 Millionen Euro einbringen.

Wer einen bis zu fünf Jahre alten Wagen mit mehr als 1,93 Liter Hubraum fährt, muss beispielsweise jährlich 418,70 Euro zahlen. Der Besitzer eines 2,6 Liter-Autos muss 1.420 Euro hinblättern. Noch stärker werden die Halter von Luxuswagen zur Kasse gebeten. Sie müssen an den Fiskus bis zu 5.380 Euro jährlich zahlen. Griechenland will nun auch die Besitzer von Mittelklasse- und Luxuswagen zur Kasse bitten: Durch eine Sondersteuer sollen die Autohalter rund 130 Millionen Euro beitragen, um das weitklaffende Defizitloch zu stopfen. Wer einen bis zu fünf Jahre alten Wagen mit mehr als 1,93 Liter Hubraum fährt, muss beispielsweise jährlich 418,70 Euro zahlen. Der Besitzer eines 2,6 Liter-Autos muss 1.420 Euro hinblättern. Noch stärker werden die Halter von Luxuswagen zur Kasse gebeten. Sie müssen an den Fiskus bis zu 5.380 Euro jährlich zahlen.

Auch die Besitzer von privaten Schwimmbädern sollen helfen, die Staatskasse zu füllen. Ein Besitzer eines Innenpools mit Größen ab 30 Quadratmeter soll beispielsweise jährlich 960 Euro zahlen. Dies sei Teil eines neuen Gesetzes, das vom Parlament in Athen in den nächsten Tagen gebilligt werden soll, berichtete die griechische Presse übereinstimmend am Dienstag. Bis zum Jahresende sollen auch die Besitzer von Yachten, Hubschraubern und Flugzeugen zur Kasse gebeten werden. „Alle, die Geld haben, müssen helfen. Anders geht es nicht“, sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums.

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Zuvor war in Medien von einem Gesamtbetrag von 8,1 Milliarden Euro die Rede gewesen. Die konservative Athener Zeitung „Kathimerini“ berichtete am Dienstag unter Berufung auf Kreise des Finanzministeriums in Athen, die Gesamttranche sei deshalb kleiner ausgefallen, weil Berlin angeblich bis zu den Bundestagswahlen keine Vorauszahlungen künftiger Summen tragen will. Die fehlenden 1,3 Milliarden Euro gehörten zu den Raten der Hilfe für das letzte Quartal 2013, die ursprünglich schon im Sommer gezahlt werden sollte.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

09.07.2013, 12:50 Uhr

"Sparlasten an die privaten Haushalte. Zu nun anstehenden Luxussteuern auf große Autos und Schwimmbäder.."

Warum denn nicht? Was ist denn daran nicht richtig? Sicher in Deutschland undenkbar, da werden nur die unteren und mittleren Einkommen abgezockzt. Aber Luxussteuern sind z.B. auch in Skandinavien üblich. Ein guter Weg um Vermögende an der Finanzierung des Landes zu beteiligen.

In Deutschland hingegegen sparen Einkommensmillionäre allein durch Verringerung des Spitzensteuersatzes 100000€ pro Jahr an steuern. Diese erbringen dann die unteren Einkommen...

Account gelöscht!

09.07.2013, 14:40 Uhr

Und dabei wird doch immer argumentiert, wir sollten den Griechen Geld leihen, damit sie sich schöne BMWs und Daimlers von uns kaufen können...

Aber eigentlich auch egal, denn gegen ein kleines Fakelaki drückt das griechische Finanzamt auch mal ein Auge zu.

Jetzt-red-I

09.07.2013, 14:46 Uhr

Alles schon mal gehört. Für wie blöd hält man eigentlich das Ausland, wenn es um die Versprechen des griechischen Staates geht? Die Besteuerung von Poolbesitzern wurde schon tausend Mal durchgekaut, angedroht aber nie durchgeführt. Und auch den Yachtbesitzern hat man schon vor ewigen Zeiten mit einer höheren Besteuerung gedroht. Jeder zweite Halter eines Luxusautos kennt wieder jemanden, der für das Luxusgefährt eine Bescheinigung ausstellt, die den Halter als Landwirt ausweist und somit von der Steuerabgabe befreit ist. Alles nur heiße Luft und dem Ausland sollen diese Vorhaben als der große Wurf verkauft werden, der die Auszahlung von Milliarden von Euros rechtfertigen soll.

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