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04.10.2011

02:17 Uhr

Griechenland-Rettung

Bankenbeteiligung soll neu verhandelt werden

Banken müssen sich auf einen höheren Beitrag am zweiten Griechenland-Rettungspaket gefasst machen. Eurogruppenchef Juncker hat angekündigt, dass die Vereinbarungen neu geschnürt werden. Widerstand ist absehbar.

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Reuters

Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker.

Luxemburg Es werde eine Revision der Beschlüsse vom 21. Juli diskutiert, sagt Jean-Claude Juncker nach einem Treffen der 17 EU-Finanzminister am frühen Dienstagmorgen.

Im Juli hatten die Staats- und Regierungschefs der Währungsunion verabredet, dass Privatinvestoren einen Verlust von 21 Prozent hinnehmen müssen, um ihren Beitrag zur weiteren Rettung Athens vor der Pleite zu leisten. Seitdem habe sich die Lage verändert, sagte Juncker mit Blick auf den höheren Finanzierungsbedarf der Hellenen.

Erst vergangene Woche hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann davor gewarnt, das Paket neu zu verhandeln. „Wenn wir jetzt die Büchse der Pandora wieder öffnen, verlieren wir Zeit und das ist nicht im Sinne Griechenlands“, hatte Ackermann erklärt, der auch Präsident des Weltbankenverbands IIF ist.

„Wir empfehlen sehr, jetzt an der Vereinbarung festzuhalten.“ Die Belastungen für die Institute seien schon substanziell.

Auch andere deutsche Banken hatten deutlich gemacht, dass sie sich gegen weitere Belastungen wehren wollen. „Das würde die Verlässlichkeit der Politik in Frage stellen“, hatte Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis kritisiert. „Wenn heute nicht mehr das gilt, was man vor vier Wochen vereinbart hat, sehe ich kaum Chancen für eine freiwillige Beteiligung in der Zukunft.“

Haasis hatte signalisiert, dass die öffentlichen Banken bei weiteren Belastungen die Kredite verteuern könnten. „Die Politik tut gut daran, im Interesse der Kundschaft nicht noch mehr draufzupacken.“ Zusammen mit der schärferen Regulierung seien die Lasten für die Banken schon hoch genug.

Auch Bankenverbandspräsident Schmitz hatte die Diskussionen über eine stärkere Bankenbeteiligung als nicht zielführend bezeichnet: „Wir brauchen jetzt verlässliche Aussagen.“

Von

dapd

Kommentare (5)

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patgarrett

04.10.2011, 04:16 Uhr

Marktwirtschaftlich logisch:
Gläubiger tragen ihre Forderungsausfälle selbst !
Selbst milliardenschwere Forderungsausfälle sind im marktwirtschaftlichen Alltag primär eine Angelegenheit zwischen Gläubiger+Schuldner.
So meldete der Wirtschaftsdienstleister Creditreform für 2009 und 2010 in
Deutschland uneinbringliche Insolvenzschäden von 114,3 Mrd. €.
Niemand kam angesichts des 3-stelligen Milliardenausfalls auf die wirre Idee, den Staat für diese Schulden eintreten zu lassen, "um den Euro zu retten".
(Selbst GM ging mit 178 Mrd USD an Verbindlichkeiten in die Insolvenz, ohne Währungsdiskussionen auszulösen).
Das Ausfallvolumen von 114,3 Mrd.€ allein in Deutschland werden die meisten
Leser hier nicht einmal wahrgenommen haben,gerade weil Verbindlichkeiten
in das Binnenverhältnis von Schuldner+Gläubiger gehören.
Warum also wird Griechenland, dessen Einwohnerzahl die der Sozialkostgänger in Deutschland nicht wesentlich übersteigt, derart hochgespielt ?
Der Grund liegt in der Natur der Gläubiger:
Zu schwach kapitalisiert, um die eigenen Investmentrisiken zu tragen, wälzen die Akteure dort über ihren politischen Arm die Schäden auf die Allgemeinheit ab.
Dabei ist die Risikobefreiung von Gläubigern der klassische Fehlanreiz für weitere Krediteskalation.
Rettungsschirme füttern parasitäre Strukturen ohne Sinn.

Flunker-Juncker

04.10.2011, 04:53 Uhr

Die 21%-Haftung der Banken für die Folgen ihrer Kreditvergabe-Fehler besteht ohnehin nur virtuell:
Bei einem realen Forderungsverzicht (Haircut) würde die geschuldete Nominale herabgesetzt. Dies ist jedoch keineswegs der Fall.
Wie aber entsteht das Medienphantom einer 21%-Beteiligung ?
Es wird konstruiert aus der Differenz 2er gegenüberstehender Zahlenreihen:
Zahlenreihe "1" besteht aus virtuellen "fiktiv-angemessenen" Zinszahlungen für die Schulden Griechenlands. ( Somit mathematisch aus Unbekannten )
Zahlenreihe "2" repräsentiert künftige Zinszahlungen aus den erstklassig abgesicherten Tauschanleihen. Der Verlauf ist ungewiss, variabel und mit versteckten Hintergrundsubventionen garniert.
Annahmen über den Verlauf der beiden Zahlenreihen sind willkürlich.
Es ist reine Propaganda, wie der Finanzsektor aus der Differenz 2-er unbestimmter Zahlenreihen eine Verzichtslegende zimmert.
So wird ein entgangener Zahlungsanspruch (Reihe 1) beweint, während das nun auf die Allgemeinheit abgewälzte,massive Ausfallrisiko nicht als Vorteil für die Bank bewertet wird.
Wie hier die marktwirtschaftlich gebotene Gläubigerbeteiligung beiseite geräumt wird, ist organisierte Kriminalität.

karstenberwanger

04.10.2011, 08:39 Uhr

JEan Claude Juncker...da fällt mir gerade spontan noch einmal ein wer das eigentlich war: http://www.verkackeiert.com/politik/warnung-wer-war-noch-dieser-jean-claude-juncker/

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