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13.11.2012

01:22 Uhr

Griechenland-Rettung

Eurogruppe verschiebt Entscheidung

Das von einer jahrelangen Rezession gebeutelte Griechenland muss weiter zittern. Weitere Rettungsmilliarden werden vorerst nicht frei gegeben. Die beiden wichtigsten Geldgeber sind sich uneinig.

Griechenland wartet auf frisches Geld. dpa

Griechenland wartet auf frisches Geld.

Brüssel/DüsseldorfGriechenland soll zwei zusätzliche Jahre Zeit zum Sparen bekommen. Endgültige Entscheidungen sollen bei einem Sondertreffen der Euro-Finanzminister am 20. November getroffen werden, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Junker am späten Montagabend nach sechsstündigen Beratungen in Brüssel.

„Die Eurogruppe ist der Ansicht, dass ein korrigiertes Haushaltsziel eine angemessene Anpassung auf dem Pfad der Budgetkonsolidierung ist“, sagte der luxemburgische Premier. Wie die Mehrkosten von knapp 33 Milliarden Euro aufgefangen werden sollen, blieb offen. Es würden dazu verschiedene Wege erkundet, sagte Juncker. Ein Schuldenschnitt, der öffentliche Kreditgeber treffen würde, gehöre nicht zu den bevorzugten Lösungen.

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Ein erneuter Schuldenschnitt für Griechenland hätte eine untragbare Folge: den Vertrauensverlust der europäischen Steuerzahler. Dieses politische Problem hätte massive Konsequenzen auf den Finanzmärkten. Ein Gastbeitrag.

„Wir haben heute einen großen Schritt gemacht, um das griechische Programm abzusichern und das Vertrauen in die Eurozone zu stärken“, sagte der französische Finanzminister Pierre Moscovici nach der Sitzung. Die Geldgeber-Kontrolleure der „Troika“ hatte die Fristverlängerung für Athen empfohlen. Das würde unter anderem bedeuten, dass Griechenland erst 2016 - und nicht schon 2014 - die Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent wieder einhalten wird.

Die Eurogruppe begrüßte das Reformprogramm und den Haushalt 2013 - das griechische Parlament hatte beide wichtigen Voraussetzungen für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro in der zurückliegenden Woche gebilligt. Da in mehreren Mitgliedstaaten wie Deutschland Parlamente in die Entscheidung für die Auszahlung eingebunden sind, ist nicht genau klar, wann das dringend benötigte frische Geld fließen kann. Nach der Sitzung wurden Meinungsverschiedenheiten der Geldgeber deutlich. Christine Lagarde, Chefin des mächtigen Internationalen Währungsfonds IWF, sagte: „Alle Kapitel des Buchs müssen zufriedenstellend geschlossen werden.“ Dazu gehöre die Schuldentragfähigkeit.

Juncker sprach sich nach einem Treffen der Eurogruppe dafür aus, die Vorgabe zum Erreichen eines griechischen Schuldenstands von 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um zwei Jahre auf 2022 zu lockern. "Es gibt eine große Wahrscheinlichkeit, dass wir die Zielmarke von 2020 auf 2022 verschieben", sagte Juncker. Doch Lagarde ist anderer Meinung, und will am Datum 2020 fest halten. "Wir haben Meinungsverschiedenheiten, wir arbeiten daran, wir versuchen sie zu lösen", sagte in der Nacht zum Dienstag.

Kommentare (54)

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MikeM

12.11.2012, 17:43 Uhr

Nein, liebes HB, die Überschrift müsste heißen:

"Schäuble täuscht die Deutschen erneut"

Vicario

12.11.2012, 17:44 Uhr

Zitat : Und: „Ich möchte gerne sehen, ob Griechenland seine Verpflichtungen alle erfüllt hat.“

Das sind die neuen Nebelkerzen des Lügenbarons ! Die Geldüberweisung an Griechenland ist eine beschlossene Sache, egal was unser "Lügenbaron" sieht oder nicht sieht.
Er entscheidet das nicht : dieser Clown ist einfach zu unbedeutend dafür ! Der sollte so langsam abrollen und das Volk nicht täuschen. Welche Frechheit von einem Finanzexperten, der sein Handwerk mit Schiebung von Koffern voller Schmiergelder gelernt hat..?!!

NurDMbringtEndeDesSchreckens

12.11.2012, 17:44 Uhr

NurDMbringtEndeDesSchreckens
Wenn Griechenland statt Deutschland aus dem Euro geht, rast der Zug weiterhin auf die Wand zu und wird der Schrecken am Ende nur noch größer für Deutschland.

Nur Deutschlands Austritt aus dem Euro jetzt und die neue DM geben uns Schutz vor weiteren wahnwitzigen Geldforderungen, dem Resteuro die nötige Abwertung, um wirtschaftlich wieder wettbewerbsfähig zu werden und die finanzielle Notwendigkeit, die Ausgabenpolitik realistisch an das Maß anzugleichen, daß man sich wirklich volkswirtschaftlich leisten darf.

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