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03.08.2012

13:55 Uhr

Griechenland

Samaras verdonnert Koalition zum Sparen

VonGerd Höhler

Griechenland droht bereits im September die Zahlungsunfähigkeit. Deswegen seien Neuverhandlungen derzeit kein Thema, so die Machtworte des Premiers Antonis Samaras. Die beiden Koalitionspartner mussten vorerst einlenken.

Der griechische Premier Antonis Samaras sieht derzeit keinen Spielraum für Neuverhandlungen des Sparpakets. dapd

Der griechische Premier Antonis Samaras sieht derzeit keinen Spielraum für Neuverhandlungen des Sparpakets.

AthenGriechenlands konservativer Premier Antonis Samaras zeigt Führungsqualitäten: Mit einem Machtwort sicherte er sich die Unterstützung seiner beiden Koalitionspartner für den Konsolidierungskurs, der Griechenland dringend benötigte Hilfskredite sichern soll. Um den Inhalt des neuen Sparpakets aber wird weiter gerungen - innerhalb der Athener Dreierkoalition ebenso wie wie mit Vertretern der Gläubiger.

Finanzminister Giannis Stournaras traf gestern mit der Troika zusammen, um Einzelheiten des Sparkurses zu besprechen. Griechenland soll seinen Haushalt in den Jahren 2013 und 2014 um 11,5 Milliarden Euro entlasten, so die Vorgabe des im Februar geschnürten zweiten Rettungspakets, das dem Land Hilfskredite von 130 Milliarden Euro in Aussicht stellt.

Poul Thomsen, Delegationschef des Internationalen Währungsfonds, sagte nach den knapp zweistündigen Beratungen: „Es war ein gutes, ein ausgezeichnetes Treffen.“ Bis Ende August werde die Finanzplanung stehen, heißt es in Athener Regierungskreisen.

Finanzminister Stournaras muss die Einsparungen nicht nur mit der Troika abstimmen, sondern auch mit den Chefs der Koalitionsparteien. Aber vor allem Stournaras' Vorgänger Evangelos Venizelos, der Vorsitzende der sozialistischen Pasok, bekommt kalte Füße. Er wollte anfangs nur Einsparungen von rund sechs Milliarden Euro zustimmen und bestand darauf, mit den Gläubigern über eine Streckung des Anpassungsprogramms um zwei Jahre bis 2016 zu verhandeln.

Premier Samaras habe in der Koalitionsrunde am Mittwochabend aber deutlich gemacht, dass es für Neuverhandlungen derzeit keinen Spielraum gebe, berichten Teilnehmer der als stürmisch beschriebenen Sitzung. Wenn Griechenland jetzt den Sparauflagen nicht zustimme, drohe dem Land bereits im September die Zahlungsunfähigkeit und der Abschied vom Euro, warnte Samaras.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

03.08.2012, 14:01 Uhr

Sparen??? Das kommt 12 Jahre zu spät....zumal....was wollen die denn sparen bitte? die haben NICHTS aber auch GAR NICHTS! woran also bitte sparen? Die unzähligen BEamte die sinnlos herumlungern? Pfff und dann?

Der Zug ist abgefahren und die brauchen eine eigene Währung...alles andere ist Unfug....jetzt brauchen sie wieder Geld so schnell es geht und da wird mal eben ganz locker irgendwas zusammengeschnürt nur damit die nächste Zahlung fliesst.

Jede Firma wäre längst geschlossen und verklagt, hart bestraft worden. Wenn ich auch nur 50 Cent an Steuern zu wenig bezahle, dann droht man mit amtlich die Existenzgrundlagen zu entziehen.....sprich: Konto dicht, Pfändung hier und da usw. usw.

melancholiker

03.08.2012, 14:14 Uhr

das problem griechenlands ist einstaat ohne regeln und regelungsmechanismen.
wo gibt es in deutschland eine altersrente von € 2 400, wo gibt es blindenrenten, wo renten für bereits tote, wo verdient ein fährkapitan € 200 000? wer am trog sitzt wird überfüttert und viele menschen sitzen leider nicht am trog. bis das geändert ist vergehen noch viele jahre - aber ohne den druck der EU bleibt griechenland in diesem zutiefst undemokratischen und unsozialen korruptionssumpf.

Tabu

03.08.2012, 14:25 Uhr

karstenberwanger

Die unzähligen BEamte die sinnlos herumlungern
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Wenns mal nur diese hunderttausende bis in die
Million gehenden wären..
Da sind mindestens 60% der seit Jahren anfallenden
Staatsbediener die mit Pensionen zu versorgen sind.
Das sind Millionen..und das wo die Griechen nur ein
10 millionen Volk sind..und das ganze für null Leistung,
es sei denn,das Handaufhalten als Kraftakt zählt.
Werden bestimmt alle uralt,so wie die sich geschont haben.

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