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11.06.2011

16:50 Uhr

Griechenland

Sanfte Umschuldung findet weiter Zuspruch

Im Ringen um eine Lösung der Griechenland-Krise mehren sich die Stimmen für eine sanfte Umschuldung. Doch nicht alle Seiten sind offen für diese Möglichkeit - denn die Umschuldung ist auch eine Vertrauensfrage.

Die Umschuldung Griechenlands ist auch eine Frage des Vertrauens. Quelle: dpa

Die Umschuldung Griechenlands ist auch eine Frage des Vertrauens.

BerlinAn einer sanften Umschuldung führe kein Weg vorbei, wenn das Land vor der Pleite bewahrt werden solle, sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Samstag im RBB-Inforadio. Wie Finanzminister Wolfgang Schäuble plädierte auch Juncker erneut für eine Beteiligung privater Gläubiger. Im Gespräch ist, dass die Banken freiwillig einer Verlängerung der Laufzeit griechischer Kredite zustimmen. Das Euro-Land bekäme so einen Zahlungsaufschub und wäre nicht gezwungen, sich an den Finanzmärkten um Geld zu bemühen. Die deutschen Privatbanken signalisierten Gesprächsbereitschaft über eine Beteiligung an neuen Hilfen.

„Es wird eine sanfte, freiwillige Umschuldung geben müssen“, sagte Juncker. Der luxemburgische Ministerpräsident vermied es, das Volumen des neuen Hilfspakets für Griechenland zu beziffern. Aus Kreisen der Euro-Zone hatte es geheißen, das Finanzloch betrage etwa 120 Milliarden Euro. „Die Zahlen, die in der Öffentlichkeit kursieren, sind in ihrer Totalität, in der Gesamtsumme richtig“, sagte Juncker, der Vorsitzender der Gruppe der 17 Euro-Staaten ist. Dies sage aber nichts darüber, wer wie viel an Hilfen schultern müsse.

Auf die 120 Milliarden Euro angesprochen sagte Juncker: „Ich glaube nicht, dass die Euro-Staaten für diese Summe werden geradestehen müssen.“ Eine totale Umschuldung, die einem teilweisen Schuldenerlass gleichkäme, wird es nach Junckers Worten dagegen nicht geben. Für eine sanfte, freiwillige Umschuldung unter Einbeziehung privater Gläubiger müsse die EZB ins Boot geholt werden. „Wir können diese Privatgläubigerbeteiligung nicht ohne und nicht gegen die Europäische Zentralbank durchfechten.“ Die EZB hält einen Zahlungsaufschub nur für akzeptabel, wenn der Privatsektor freiwillig mitmacht.

Der deutsche Bankenverband BdB zeigte sich generell offen für die Anregung Schäubles, die Laufzeiten griechischer Staatsanleihen zu verlängern. Dieser Vorschlag sei im Prinzip nicht unvernünftig, sagte BdB-Hauptgeschäftsführer Michael Kemmer im Deutschlandfunk. „Da würden unsere Mitgliedsinstitute auch mitmachen.“ Er müsse allerdings noch konkretisiert werden.

Kommentare (2)

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AndreAdrian

11.06.2011, 19:51 Uhr

Die Rhetorik sinkt, die Pragmatik steigt

Es ist angenehm zu sehen das in diesem Fall die Rhetoriker ihr Gewäsch nur kurze Zeit vortrugen. Die Bedenkenträger wie Blessing und Carstens werden sich der Karawane schon anschließen wenn die Karawane loszieht.

Account gelöscht!

11.06.2011, 21:42 Uhr

Ah, der Mexikaner ist auch einer von "NWO" - wie fein eingefädelt! Und nun bekommt der bisher so hartleibige Herr Juncker auch Durchfall? Hat ihm die Post zu viel Pakete aus ganz Europa mit jeweils einem kräftigen Strick drin zugestellt? (höhnisch-lach) So ändern sich die Dinge - in weniger, als einem Monat! Nun wirds auch kanpp für Trichet, so kurz vor seinem Abgang und mit dem Karlspreis um den Hals, die Ratten verlassen sein sinkendes Schiff, egal ob zu Fuß oder im Rollstuhl. (nochmal höhnisch-lach - ich kanns mir nicht verkneifen, immerhin besser, als mit Durchfall).

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