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31.01.2012

20:22 Uhr

Griechenland

Schuldenschnitt noch tiefer als bislang gedacht

Die Finanzminister der Euro-Zone werden auf einem Sondertreffen am Montag über den Schuldenschnitt in Griechenland beraten. Die Gläubigerbeteiligung wird wohl deutlich tiefer ausfallen als ursprünglich vorgesehen.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos spricht in Athen mit Journalisten. dpa

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos spricht in Athen mit Journalisten.

Die privaten Gläubigers Griechenland könnten auf noch mehr Geld verzichten müssen als bislang gedacht. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagte am Dienstagabend, dass sich der Verlust für Banken, Versicherungen und Hedgefonds auf mehr als 70 Prozent belaufen könnte. Bislang war meist von maximal 60 bis 70 Prozent die Rede.

„Wir reden über eine größere Gläubigerbeteiligung als im Juli ursprünglich vorhergesehen“, sagte Venezilos im griechischen Parlament. Der Schuldenschnitt wird sich zwar auf 50 Prozent belaufen, aber durch den Tausch in neue, mit weniger als vier Prozent verzinste Anleihen wird der Abschreibungsbedarf deutlich darüber hinausgehen.

Zudem kündigte er ein bislang nicht geplantes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe in Brüssel angekündigt. „Am Montag den 6. Februar wird es erneut ein Treffen der Eurogruppe geben“, sagte Venizelos. Im Mittelpunkt stehe dann neben dem Schuldenschnitt auch das griechische Spar- und Stabilisierungsprogramm, hieß es. „Wir müssen unsere Arbeit machen und bis zum Ende dieser Woche die Verhandlungen mit der „Troika“ über das neue Sparprogramm abschließen“, sagte Venizelos.

Die Gläubiger Griechenlands (Stand: Januar 2012)

Kredite

Das Volumen der Kredite beläuft sich insgesamt auf 92 Milliarden und teilt sich folgendermaßen auf:

IWF: 20 Milliarden

Euro-Länder: 53 Milliarden

Sonstige: 19 Milliarden

Staatsanleihen

Gesamt: 260 Milliarden Euro, davon 55 Milliarden Euro bei der EZB

Bei griechischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei anderen europäischen Banken

40 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei griechischen Sozialversicherungsfonds

30 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei europäischen Versicherungen

15 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Bei Fonds

Bei Investment-, Staats-, Pensions- und Hedgefonds sind es 70 Milliarden Euro (sollen umgeschuldet werden)

Die Troika besteht aus Vertretern der EU-Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds. In Zusammenhang mit dem angestrebten Schuldenschnitt von 100 Millionen Euro stünden
Griechenland und die Banken „einen Schritt vor Abschluss der Verhandlung“, sagte Venizelos. Ein hochrangiger griechischer Banker hatte zuvor gesagt, dass eine endgültige Vereinbarung mit den privaten Gläubigern inoffiziell bereits gefunden worden sei. Vor Bekanntgabe der Einigung müsse sich die griechische Regierung jedoch zu Reformen verpflichten.

Zeitgleich wird der Ruf nach einer Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Rettung des hochverschuldeten Griechenlands wird lauter. Banker in Athen und Brüssel sagten am Dienstag, dass die EZB dabei helfen müsse, die Schuldenlast des krisengeschüttelten Euro-Mitgliedslands weiter zu senken. Solch ein Schritt sei unbedingt erforderlich.

Die Euro-Länder üben Druck auf Griechenland aus und wollen die Hängepartie um das neue Rettungspaket für Griechenland in den kommenden Tagen beenden. Das Land soll für neue Kredithelfen aber auf Drängen Deutschlands schärfer an die Kandare genommen werden.

Kommentare (25)

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Thomas-Melber-Stuttgart

31.01.2012, 20:33 Uhr

Nun, ein eiseitig erklärter Schuldenschnitt ist eindeutig ein "default" und jeder, der fremde Gelder dann noch in griechische Anleihen investiert macht sich der Untreue zumindest verdächtig.

Account gelöscht!

31.01.2012, 20:37 Uhr

HaHaahaaahaaaahaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrgggghhhhhhhhhh ...

Beim Thema Griechenland nur noch hysterisch irres Gelächter möglich ..................

Wenn ich wieder Luft kriege, bitte ich um Entschuldigung.

Account gelöscht!

31.01.2012, 20:45 Uhr

Ja, Thomas Melber,
Griechenland ist wirklich ein Ei ........ ;-)

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