Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.05.2011

20:43 Uhr

Griechenland

Sogar Häfen kommen unter den Hammer

Die Regierung hat ein Sparpaket beschlossen, das umfangreiche Privatisierungen vorsieht. Bereits im zweiten Quartal 2011 sollen Anteile verkauft werden. Auch die Häfen Piräus und Thessaloniki sollen privatisiert werden.

Einfahrt in den Hafen von Piräus. Quelle: dpa

Einfahrt in den Hafen von Piräus.

AthenDas hoch verschuldete Griechenland hat schärfere Einsparungen zugesagt, um die Milliarden-Hilfen von EU und IWF auch weiterhin ausgezahlt zu bekommen. Die Regierung habe Maßnahmen im Volumen von sechs Milliarden Euro beschlossen, um das Haushaltsdefizit 2011 auf die vereinbarten 7,5 Prozent zu drücken, sagte ein Regierungssprecher.

Zudem sollten zügig Anteile an Staatsunternehmen verkauft werden. Details dazu sollten kommende Woche vorgestellt werden. EU und IWF als Krisenhelfer für Griechenland hatten zuletzt die Auszahlung von zwölf Milliarden Euro Hilfen an die Bedingung geknüpft, dass die Regierung in Athen ein plausibles Konzept vor allem im Hinblick auf Privatisierungen vorlegt. Im Raum stand die Forderung nach Erlösen von 50 Milliarden Euro bis 2015.

Der Regierungssprecher erklärte, zu den Firmen, von denen der Staat Anteile verkaufen wolle, zählten die OTE Telecom - an der die Deutsche Telekom 30 Prozent hält -, die TT Hellenic Postbank und die Häfen Piräus und Thessaloniki. Reuters hatte zuvor aus Kreisen erfahren, in einer zweiten Phase sollen dann Versorger veräußert werden. Dazu zählten Public Power Corp. (PPC), und Athens Water.

Dokumenten aus dem Finanzministerium zufolge will das Land durch Privatisierungen in diesem Jahr 3,5 bis 5,5 Milliarden Euro einnehmen. Im kommenden Jahr sollen es vier bis sechs Milliarden sein. Im Detail sollen den Dokumenten zufolge noch im zweiten Quartal 2011 bis zu 16 Prozent an OTE verkauft werden. Bei der Postbank sollen es bis zu 34 Prozent bis Ende 2011 sein.

Ebenfalls bis zu 34 Prozent sollen bis zum Ende des ersten Quartals 2012 vom börsennotierten Wettbüro Opap und bis Ende 2012 bis zu 17 Prozent an der Public Power veräußert werden. Zudem steht dem Dokument zufolge die Veräußerung von bis zu 25 Prozent an der OTE-Bank bis Ende 2013 und 75 oder gar 100 Prozent der beiden wichtigsten Häfen bis Ende 2011 auf dem Zettel. Ob die geplanten Schritte der EU und dem IWF ausreichen, war zunächst unklar.

Das Kabinett unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte am Montag über weitere Sparmaßnahmen im Kampf gegen die Schuldenkrise beraten. Im Gespräch waren dabei auch stärkere Lohnkürzungen, Entlassungen im Öffentlichen Dienst sowie höhere Steuern. Zuvor war der Druck auf das hoch verschuldete Land gewachsen, durch Privatisierungen seine Einnahmen zu erhöhen. „Das sind ganz dringende Angelegenheiten“, hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn in Wien gesagt. Eine Staatspleite müsse verhindert werden, um eine Abwärtsspirale zu vermeiden.

Kommentare (14)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.05.2011, 20:49 Uhr

Ich persönlich finde das ganz schlimm, dass durch den Euro Griechenalnd zu so etwas gezwungen wird
Wir sehen es ja bei uns, uns gehört unser Land doch zum Teil gar nicht mehr. Hier hat den Ausverkauf ja Schröder installiet

Account gelöscht!

23.05.2011, 20:51 Uhr

Für was brauchen die noch Häfen ?

Nikos36

23.05.2011, 21:00 Uhr

DIE ist ein Kuh und grast auf der Weide!

@margrit117888: Ich bin Grieche und kann Dir nur zu einem Teil zustimmen. Die Häfen blieben bis jetzt kaum benutzt, genauso Flughäfen und andere Institutionen, die den einen oder anderen Arbeitsplatz mehr und auch den einen oder anderen Euro mehr bringen würden. In meiner Heimat herrscht kaum Wettbewerb. Dadurch dass vielen jungen Leuten eingebläut wurde in den öffentlichen Dienst zu gehen hatten die auch keine Motivation um besseres zu erreichen, die die es wollten sind ins Ausland gegangen.

Grundsätzlich ist aber die Privatisierung auch ein riesiges Problem für den Normalo-Bürger. Dank der sehr starken hiesigen Wirtschaft fällt das noch nicht in dem Maße auf wie anderswo...jedoch auch hier rinnt die Zeit und die Zeiten werden auch sehr viel schwieriger werden

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×