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13.10.2013

18:41 Uhr

Griechenland

Spekulation um Kreditverlängerungen

In Griechenland wird über die Verlängerung von Kreditlaufzeiten spekuliert, um der drohenden Finanzierungslücke im kommenden Jahr zu begegnen. Bonds im Umfang von 4,4 Milliarden Euro sollen angeblich verlängert werden.

Griechenland: Längere Kreditlaufzeiten gegen die Finanzierungslücke? dpa

Griechenland: Längere Kreditlaufzeiten gegen die Finanzierungslücke?

AthenGegen die drohende Finanzierungslücke im kommenden Jahr will Griechenland einem Medienbericht zufolge mit längeren Kreditlaufzeiten angehen. Die dann fälligen Bonds im Umfang von 4,4 Milliarden Euro sollten verlängert werden, berichtete die Tageszeitung „Kathimerini“ am Sonntag ohne Angabe von Quellen.

Dadurch würden die Zahlungen aufgeschoben. Die Regierung in Athen hatte die Anleihen 2009 begeben, um den kriselnden Bankensektor mit Liquidität versorgen zu können. Laut dem Bericht haben EU-Kommission wie auch die Europäische Zentralbank (EZB) bereits Bedenken gegen dieses Vorhaben angemeldet. Das griechische Finanzministerium wollte zu der Meldung keine Stellung nehmen.

Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben Griechenland seit 2010 rund 240 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um den Staatsbankrott zu verhindern. Mit Hilfe des zweiten Rettungspaketes ist das Mittelmeerland bis in die zweite Jahreshälfte 2014 finanziert.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Es wird erwartet, dass die internationalen Kreditgeber noch im November über weitere Hilfszahlungen entscheiden. Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass Griechenland 2014/2015 eine Finanzierungslücke von fast elf Milliarden Euro schließen muss. Die EU-Kommission geht davon aus, dass 2014 zusätzliche 3,8 Milliarden Euro benötigt werden. Der IWF rechnet mit 4,4 Milliarden Euro.

Das Mittelmeerland steckt das sechste Jahr in Folge in der Rezession. Die Arbeitslosenquote liegt nahe 28 Prozent, bei den jungen Griechen sogar bei 60 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Rechner

13.10.2013, 19:07 Uhr

Gerüchte...

Eine einseitige "Verlängerung" von Laufzeiten von Bonds wäre eine Staatspleite.

Die EZB müßte griechischen Staatsableihen die Beleihungsfähigkeit entziehen, und der griechischen Zentralbank die Genehmigung für die Gewährung von Liquiditätsnothilfe.

Die griechische Zentralbank wäre ebenso insolvent wie die griechischen Banken.

Irgendjemand hat da nicht richtig gedacht.

Rechner-Fehlfunktion

13.10.2013, 20:21 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte halten Sie sich an unsere Netiquette (www.handelsblatt.com/netiquette): Bitte kommentieren Sie zum Thema. +++

geht-koan-wos-o

13.10.2013, 22:38 Uhr

"Die griechische Zentralbank wäre ebenso insolvent wie die griechischen Banken."
Genau genommen sind sie das bereits seit Jahren, ebenso wie der griechische Staat - und jeder weiß es. Nur von den "offiziellen" nimmt das böse Wort "Insolvent" bzw. "Zahlungsunfähig/Pleite" keiner in den Mund was man nur mit Realtitätsverdrängung oder -verlust begründen kann.

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