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09.08.2013

15:57 Uhr

Griechenland

Steuerhinterziehung in Tourismuszentren blüht weiter

Die Konjunktur in Griechenland legt wieder zu, doch dafür bekommt das Land ein anderes Problem einfach nicht in den Griff: In der Tourismusbranche ist Steuerhinterziehung zu einer Art Volkssport geworden.

Eine Familie schaut auf ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Piräus: Die Steuerhinterziehung blüht in der Tourismusbranche. dpa

Eine Familie schaut auf ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Piräus: Die Steuerhinterziehung blüht in der Tourismusbranche.

AthenGriechenland bekommt die Steuerhinterziehung trotz verstärkter Kontrollen der Steuerfahnder nicht in den Griff. Besonders in den Touristenzentren der Ägäis gibt es zahlreiche Steuersünder. Auf Rhodos, Kreta, Santorin oder Mykonos häuften sich die Fälle, teilte die Steuerfahndung (SDOE) am Freitag mit.

Die Beamten überprüften in der Zeit vom 25. Juli bis 5. August 1465 Restaurants, Bars und Nachtclubs auf zahlreichen Inseln und in wichtigen Tourismuszentren auf dem Festland. In knapp der Hälfte der kontrollierten Lokale (731) wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt. In den meisten Fällen gaben die Inhaber keine Quittungen aus. Sie kassierten zwar die Mehrwertsteuer, steckten sie aber in die eigene Tasche.

Nach Angaben des Finanzministeriums wurden in diesem Sommer bislang 12 Unternehmen als Strafe für Steuerhinterziehung für einen Monat geschlossen. Weitere 14 Schließungen würden in den nächsten Tagen verhängt. Finanzminister Ioannis Stournaras sprach am Freitag im Fernsehen von einem „Feldzug“ der Fahnder gegen die Steuerhinterziehung.

Von

dpa

Kommentare (42)

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Republikaner

09.08.2013, 16:23 Uhr

Das ist ganz einfach in den Griff zu bekommen: alle deutschen Finanzbeamten bekommen einen Crash Kurs in Griechisch und müssen nach GR: alle griechischen Finanzbeamten bekommen einen Crash Kurs in Deutsch und müssen nach D. Das nennt man in der Wirtschaft eine win win Situation!

SieWollenNicht

09.08.2013, 16:42 Uhr

In der Tourismusbranche ist Steuerhinterziehung zu einer Art Volkssport geworden.
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Wart ihr Gutmenschenjournalisten noch nie in Griechenland?
Es ist dort wunderschön, die Menschen sind ganz lieb, allerliebst, .... aber sie sind leider alle korrupt, und das nicht nur im Tourismus!
Als ich 1983 zum ersten Mal Kreta besuchte, viel mir als junger Architekt auf, dass an den meisten Flachdachhäusern die Anschlusseisen hervorlugten. Abends fragte ich meinen griechischen Tavernenwirt, was das zu bedeuten habe. Er sagte mir mit stolzgeschwellter Brust und einem verschlossenen Auge, dass man in Griechenland erst dann die Grunderwerbssteuer bezahlt, wenn das Gebäude fertiggestellt ist. Und solange die Eisen dort herauslugen, ist das Haus nicht fertiggestellt. Ich war vor 7 Jahren noch einmal dort, und fand die Häuser im selben Zustand, wie 1983 vor. Das korrupte Verhalten in Griechenland hat System, dort ist JEDER in der einen oder anderen Weise korrupt!

JJJ

09.08.2013, 16:44 Uhr

Würde jeder in Griechenland seine Steuern ordentlich zahlen hätte Griechenland keine Krise. Das muss man sich mal vorstellen.

Steuern haben die meisten Griechen nicht bezahlt. Griechenland ist das Steuerparadies Nr. 1 weltweit und wer auf Nummer sicher gehen will ist offiziell einfach Reder. Die zahlen sogar laut Verfassung keine Steuern. Schon gut wenn man mit dem König per Du ist und das gleich mal schriftlich festgelegt hat.

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