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12.09.2012

16:34 Uhr

Griechenland

Troika traut dem Athener Sparprogramm nicht

Griechenland muss weiterhin radikale Reformen durchsetzen, um Hilfsgelder der Troika zu erhalten. Die Kontrolleure der Geldgeber haben Bedenken gegen eine Reihe von Maßnahmen im griechischen Sparprogramm geäußert.

IWF-Vertreter Poul Thomsen (links) betritt das griechische Finanzministerium. dpa

IWF-Vertreter Poul Thomsen (links) betritt das griechische Finanzministerium.

AthenIn Griechenland hat am Mittwochnachmittag ein neues Treffen des griechischen Finanzministers Ionnis Stournaras mit den Geldgeber-Kontrolleuren begonnen. Das berichtete das Staatsradio. Im Mittelpunkt steht erneut das mehr als 11,5 Milliarden Euro schwere griechische Sparprogramm. Ohne dies können keine Gelder mehr nach Griechenland fließen.

Die Kontrolleure der Geldgeber fordern von der griechischen Regierung weitere radikale Änderungen im Arbeitsrecht, bei Renten und Entlassungen im Staatswesen. Die „Troika“ aus Experten der EU, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) haben Bedenken gegen eine Reihe von Sparmaßnahmen in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro geäußert.

Wie aus Kreisen des Arbeitsministeriums verlautete, schlage die „Troika“ zudem vor, dass das Rentenalter von 65 auf 67 Jahre erhöht wird. Außerdem solle die Sechs-Tage-Woche wieder eingeführt werden. Die Arbeitnehmer sollen, wenn der Betrieb dies als nötig einstuft, bis zu 13 Stunden am Tag arbeiten. Kündigungsfristen und Abfindungen sollen halbiert, im staatlichen Bereich allein bis zum Jahresende 15.000 Menschen gehen. Athen lehnt diese Maßnahmen bislang ab.

Die Koalitionsparteien, Konservative, Sozialisten und die Demokratische Linke, fürchten, dass solche drastischen Einschnitte zu sozialen Unruhen führen könnten. Damit könnten alle Bemühungen um eine Stabilisierung der Wirtschaft zunichtegemacht werden.

Am Mittwochabend wollen die drei Parteivorsitzenden der Koalitionsregierung in Athen abermals über das Sparprogramm beraten. Mit einer Einigung in dieser Woche sei kaum noch zu rechnen, hieß es übereinstimmend in der griechischen Presse.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

12.09.2012, 17:27 Uhr

Was sagt die Troika zu der fortgesetzten Steuerhinterziehung im Land?
Was zu den Milliarden an Schwarzgeld, die im Ausland (D und CH) gebunkert sind?
Warum wird GR in diesem Bereich nicht endlich aktiv (ok, es würde die dicksten buddies der Regierungselite treffen - war nur eine rhetorische Frage...).
Aber warum fordert die EU dies nicht als ersten Schritt, bevor weitere Milliarden, UNSERE Steuergelder, ins Nichts gedonnert werden????
Es ist abstrus, dass der Rest der EU (die wir unsere Steuern zahlen MÜSSEN und nicht die griechische Option haben, doch lieber keine Steuern zu zahlen) für all die Hunderttausende von notorischen griechischen Hinterziehern und Betrügern zwangsverpflichtet werden.

Mauserspeck

12.09.2012, 17:31 Uhr

Das Urteil der "Experten" ist von keinerlei Interesse.
Griechenland muss den € behalten, so die einhellige
Meinung der Politik.
Daraus folgt: Die Politiker in Athen spielen noch ein
paar Tage Theater und dann wird die Kohle fließen.
Begründung: Griechenland ist auf einem guten Weg !

Edelzwicker

12.09.2012, 19:08 Uhr

Troika traut dem Athener Sparprogramm nicht
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Die Frage ist doch, ob man generell griechischen Aussagen und Beteuerungen glauben kann! Wie hoch sollten wir denn den Wahrheitsgehalt griechischer Aussagen einschätzen?
Da bleiben nicht allzu viele Möglichkeiten übrig!

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