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06.11.2015

02:26 Uhr

Griechenland

Tsipras dreht Bauern den Diesel ab

Sparen für die nächste Hilfsgeldtranche: Griechische Bauern verlieren eines ihrer wichtigsten Privilegien. Das hat das griechische Parlament am frühen Freitagmorgen entschieden – nach einer zweitägigen Debatte.

Ein Bauer auf der griechischen Insel Naxos: Steuervorteile für die Landwirtschaft stehen im Fokus der am Freitagmorgen beschlossenen Reformen. ap

Griechischer Bauer

Ein Bauer auf der griechischen Insel Naxos: Steuervorteile für die Landwirtschaft stehen im Fokus der am Freitagmorgen beschlossenen Reformen.

AthenDie griechische Regierung unter Alexis Tsipras hat eine neue Kraftprobe bestanden. Das Parlament billigte am frühen Freitagmorgen nach einer zweitägigen Debatte mehrheitlich ein weiteres Reformpaket.

Bei einer namentlichen Abstimmung votierten 153 Abgeordnete der Links-Rechts-Koalitionsregierung für das Reformpaket. 118 stimmten dagegen. Neun Parlamentarier enthielten sich der Stimme. 20 der insgesamt 300 Abgeordneten waren abwesend, teilte das Parlamentspräsidium mit.

Unter anderem beseitigte das Parlament damit Hürden für die Privatisierung des größten Hafens des Landes. Die wichtigste Maßnahme betrifft die griechischen Bauern. Eines ihrer wichtigsten Privilegien wurde abgeschafft - Diesel für landwirtschaftliche Maschinen wird jetzt höher besteuert. Bislang zahlten Bauern 66 Euro Steuern pro Tonne Diesel. Sie werden ab sofort 200 Euro pro Tonne zahlen. Ihre Verbände kündigten Proteste an.

Die Euro-Partner hatten mit dem pleitebedrohten Griechenland im Sommer ein neues Rettungsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro vereinbart. Eine erste Tranche von 13 Milliarden Euro floss bereits im August an Athen. Die nächste Tranche in Höhe von zwei Milliarden Euro soll nur dann folgen, wenn die Kontrolleure der Gläubiger Grünes Licht geben.

Die Kontrollen dauern an. Eine der Bedingungen für die Freigabe der Tranche war neben anderen Reformen auch dieses Sparpaket.

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