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03.02.2015

14:06 Uhr

Griechenland

Varoufakis trifft Draghi in Frankfurt

Der neue griechische Finanzminister kommt nach Frankfurt. Dort will er am Mittwoch EZB-Präsident Mario Draghi treffen. Offenbar könnte es auch zu einer Begegnung mit Wolfgang Schäuble kommen.

Yanis Varoufakis, hier am Montag in London, will sich am Mittwoch in Frankfurt mit EZB-Präsident Mario Draghi treffen. Reuters

Finanzminister auf Europa-Tour

Yanis Varoufakis, hier am Montag in London, will sich am Mittwoch in Frankfurt mit EZB-Präsident Mario Draghi treffen.

FrankfurtAuf seiner Tour durch Europa besucht Griechenlands neuer Finanzminister Yanis Varoufakis an diesem Mittwoch Europas obersten Währungshüter Mario Draghi in Frankfurt. Das bestätigte ein Sprecher der Europäischen Zentralbank (EZB) am Dienstag. Das Treffen werde hinter verschlossenen Türen stattfinden, es werde weder davor noch im Nachklang öffentliche Statements geben.
Nach griechischen Medienberichten wird in Athen und Berlin auch an einem möglichen Treffen mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gearbeitet. Die neue griechische Links-Rechts-Regierung hatte speziell die deutsche Regierung wegen ihrer harten Haltung zur Sparpolitik angegriffen.

Die wichtigsten Player bei den Verhandlungen mit Griechenland

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner?

Wer sind die wichtigsten Gesprächspartner in der Griechenland-Krise? Seit dem Sieg von Syriza ist das Verhandeln mit dem Staat von der Größe Brandenburgs komplizierter geworden...

Jean-Claude Juncker

Der 60-Jährihe gilt als Europäer aus Leidenschaft. Er war und ist eine der Schlüsselfiguren bei der Euro-Rettung. Acht Jahre lang (von 2005 bis 2013) war der Luxemburger Vorsitzender der Eurogruppe, der die Finanzminister der Staaten mit Euro-Währung angehören. In dieser Funktion hat Juncker seit 2010 maßgeblich die Rettungsprogramme für Krisenstaaten wie Griechenland ausgehandelt. Der Christsoziale war 18 Jahre lang (bis Ende 2013) Premierminister in Luxemburg – inzwischen ist er Präsident der EU-Kommission.

Mario Draghi

Der 67 Jahre alte italienische Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler ist seit November 2011 Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB). Unter seiner Führung pumpte die Notenbank billiges Geld in das Bankensystem, schaffte die Zinsen im Euroraum quasi ab und schuf ein Kaufprogramm, um notfalls unbegrenzt Anleihen von Euro-Krisenstaaten zu erwerben. Kritiker werfen ihm vor, die Befugnisse der Notenbank überdehnt zu haben.

Christine Lagarde

Die französische Politikerin steht seit Juli 2011 an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF). Zuvor war sie Wirtschafts- und Finanzministerin in Paris. Die 59 Jahre alte Juristin erwarb sich während der Finanzmarkt- und Euro-Turbulenzen einen Ruf als umsichtige Krisenmanagerin. Auf ihr lastet jedoch, dass die französische Justiz gegen sie in einer Affäre um mutmaßliche Veruntreuung öffentlicher Mittel aus ihrer Zeit als Ministerin ermittelt.

Angela Merkel und Wolfgang Schäuble

Bundeskanzlerin Merkel hatte mit Beginn der dramatischen Finanzkrise in Griechenland auf die Bremse gedrückt. Die eiserne Devise von Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble: Keine Leistung ohne Gegenleistung, europäische Solidarität gegen griechische Anstrengung. In Athen wurde Merkel dann bei einem Besuch mit Plakaten begrüßt, auf denen sie mit Hitler-Bart zu sehen war. Nach dem Regierungswechsel in Athen ist Berlin für Kompromisse offen: Ein verlängertes Hilfsprogramm oder nochmalige Krediterleichterungen. Ein weiterer Schuldenschnitt wird aber abgelehnt.

Varoufakis wirbt im Moment genauso wie der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras bei Partnern für eine deutliche Entlastung des griechischen Schuldendienstes. Griechenland hat Staatsschulden in Höhe von rund 320 Milliarden Euro. In diesem Jahr wird der Schuldenberg Athens knapp 169 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, erlaubt sind höchstens 60 Prozent.

Tsipras wollte am Dienstag in Rom mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi zusammenkommen. Danach reist er weiter nach Paris und Brüssel. Varoufakis wollte am Dienstag Italiens Finanzminister Pier Carlo Padoan treffen.

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Von

dpa

Kommentare (6)

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Herr Heiner Schumann

03.02.2015, 14:50 Uhr

Da kann man sich eigentlich nur an de Kopf fassen. So u nabhängig ist a los die EZB. Wir sind unter Räuber geraten

Herr Vittorio Queri

03.02.2015, 15:03 Uhr

>>Offenbar könnte es auch zu einer Begegnung mit Wolfgang Schäuble kommen.>>

Zumal das "Sparschweinchen im Wägelchen " schon auf dem guten Weg ist.

Entscheidet der Mafiosi Draghi jetzt über Griechenschulden ?

Den Turm in Frankfurt sollte man sprengen !

Herr Joachim Buch

03.02.2015, 15:09 Uhr

@ Vittorio Queri:
Wie wahr - der Turm ist das Sinnbild einer gescheiterten Kunstwährung.

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