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15.09.2015

04:08 Uhr

Griechenland vor der Wahl

Tsipras zeigt Konservativen die kalte Schulter

TV-Duell in Athen: De Spitzenkandidat der griechischen Syriza schließt noch vor der Wahl einen Koalitionspartner aus. Mit dem Kandidaten der Konservativen stritt Tsipras zudem über Flüchtlingsfragen - und warnte die EU.

TV-Debatte am Montagabend: Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) und der Kopf der konservativen Partei Neue Demokratie, Vangelis Meimarakis. ap

Alexis Tsipras

TV-Debatte am Montagabend: Der ehemalige griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) und der Kopf der konservativen Partei Neue Demokratie, Vangelis Meimarakis.

AthenDer linke griechische Spitzenkandidat Alexis Tsipras hat eine große Koalition mit der konservativen Partei ausgeschlossen, die größter Konkurrent seiner Syriza bei der kommenden Wahl am Sonntag ist.

Ein solches Bündnis wäre unnatürlich, sagte er am Donnerstag in einer Fernsehdebatte. Er wolle eine „progressive“ Koalition bilden, die nicht die Neue Demokratie von Oppositionsführer Evangelos Meimarakis einschließen werde.

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Sein Kontrahent Vangelis Meimarakis von den Konservativen machte klar, dass er Syriza-Chef Tsipras nicht in eine Regierung unter seiner Führung berufen würde. Eine grundsätzliche Zusammenarbeit mit der linken Syriza schloß Meimarakis hingegen nicht aus. Das Land brauche eine "Nationalmannschaft", nicht nur für die Regierung, sondern auch für neue Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern über das kürzlich vereinbarte dritte Hilfspaket für das Land.

Tsipras wiederum verteidigte sein Nachgeben bei den Forderungen der Gläubiger Griechenlands nach Einsparungen und Reformen. Er bekräftigte, dass er weiter für Verbesserungen wie eine Schuldenreduzierung kämpfen werde.

In der Fernsehdebatte lieferte sich Tsipras mit Meimarakis eine harte Auseinandersetzung zu den Themen Flüchtlinge und Finanzkrise. Meimarakis plädierte dafür, "illegale Einwanderer" in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken.

Tsipras warnt vor Militäreinsatz gegen Schlepper

Tsipras warnte unterdessen die EU vor einem militärischen Einsatz gegen Schlepper im Mittelmeer. Solche Militäroperationen in griechischen Gewässern würden "unschuldige Flüchtlinge" treffen und nicht die Schlepper. "Die Boote kommen ohne Schleuser an", sagte Tsipras. Die EU hatte angekündigt, ab Oktober ihren Militäreinsatz gegen Schlepper im Mittelmeer auszuweiten.

Nach dem EU-Beschluss vom Montag sollen Schiffe von Menschenhändlern auf hoher See aufgebracht, gegebenenfalls zerstört und Schleuser festgenommen werden. Nach bisherigen Planungen will die EU gegen die Schleuser sieben Kriegsschiffe, einen Flugzeugträger als Befehlszentrale sowie U-Boote, Drohnen, Hubschrauber und Flugzeuge einsetzen. Deutschland will sich weiter mit zwei Schiffen beteiligen.

Tsipras hat die vorzeitige Parlamentswahl nach der Einigung mit der Eurozone über ein drittes Rettungspaket angestrebt, das Griechenland harte Sparauflagen macht. Er trat danach nach siebenmonatiger Amtszeit als Regierungschef mit der Begründung zurück, sein Mandat aus dem Wahlsieg Anfang des Jahres sei aufgebraucht. Syriza hatte damals das Ende des Sparkurses versprochen.

In den Wochen seitdem hat er in Umfragen einen deutlichen Vorsprung eingebüßt. Syriza liegt derzeit nur noch knapp in Führung.

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