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23.01.2015

19:25 Uhr

Griechenland vor Parlamentswahlen

Syriza hält Vorsprung in letzten Umfragen

Die linke Oppositionspartei Syriza geht mit einem Vorsprung in die griechische Parlamentswahl. Neuesten Umfragen zufolge liegt Syriza weiter vorn. Am Sonntag wird im krisengeschüttelten Land gewählt.

Mit Vorsprung auf die Zielgerade: Die Links-Partei Syriza von Alexis Tsipras geht als Favorit in die Parlamentswahl. ap

Mit Vorsprung auf die Zielgerade: Die Links-Partei Syriza von Alexis Tsipras geht als Favorit in die Parlamentswahl.

AthenDie linke Oppositionspartei Syriza geht als klarer Favorit in die Parlamentswahl am Sonntag. In letzten Meinungsumfragen vom Freitag lag die Partei mit einem Vorsprung von zwischen gut drei und 6,6 Prozent vor der derzeit regierenden Konservativen Partei von Ministerpräsident Antonis Samaras. Dem Institut Alco zufolge kann Syriza mit 32,9 Prozent der Stimmen rechnen, während die Konservativen 26,3 Prozent erhielten. Damit konnte die Links-Partei ihren Vorsprung gegenüber einer früheren Erhebung desselben Instituts noch weiter ausbauen.

In einer Befragung des Instituts Kapa kommt Syriza auf 31,8 Prozent, während die Konservativen bei 28,9 Prozent liegen. Hier hat sich der Vorsprung von Syriza gegenüber der vorherigen Umfrage des Instituts leicht verringert.

19 Parteien nehmen an Parlamentswahl in Griechenland teil

19 Parteien, neun mit Chancen

Zur Parlamentswahl in Griechenland treten 19 Parteien und Parteibündnisse an. Umfragen zufolge haben neun von ihnen die Chance, die Drei-Prozent-Hürde zu überspringen und damit ins Parlament einzuziehen.

Bündnis der radikalen Linken (Syriza)

Die Partei von Alexis Tsipras hat das Land von Ende Januar bis Ende August regiert. Syriza ist ein Sammelbecken linker Bewegungen. Falls das Bündnis wieder an die Macht kommt, will es eine Umstrukturierung der griechischen Schulden durchsetzen, das Sparprogramm aber einhalten.

Der Fluss (To Potami)

Die pro-europäische Partei wurde erst 2014 gegründet. In ihren Reihen finden sich zahlreiche Uni-Professoren und Journalisten. Die Partei fordert eine möglichst breite Zusammenarbeit der politischen Kräfte, um aus der Krise zu kommen.

Goldene Morgenröte (XA)

Die rechtsradikale Partei hetzt offen gegen Migranten. Fast gegen die gesamte Führung läuft derzeit ein Prozess wegen der Bildung einer kriminellen Organisation. Mitglieder der Ultrarechten sollen 2013 einen linken Rapper totgeschlagen haben.

Kommunistische Partei Griechenlands (KKE)

Die Kommunisten sprechen sich für einen Austritt des Landes aus der Eurozone und der EU aus.

Nea Dimokratia (ND)

Die von Evangelos Meimarakis geführte konservative Partei hat Griechenland 1981 in die Europäische Gemeinschaft (EG) geführt; sie spricht sich vehement für den Verbleib des Landes in der Eurozone aus.

Panhellinische sozialistische Bewegung (Pasok)

Die panhellenische sozialistische Bewegung (Pasok) und die kleine demokratische Linke (Dimar) haben für die Wahl ein Bündnis gebildet. Die Pasok geht derzeit durch schwierige Zeiten. Die Wahl 2009 hatte sie noch mit rund 44 Prozent gewonnen. Heute kommt die Partei, die 2010 den Internationalen Währungsfonds und die Euro-Partner um Hilfe gebeten hatte, in Umfragen auf etwa 4,5 Prozent.

Zentrumsunion (Enosis Kentroon)

Laut Umfragen könnte auch diese Partei ins Parlament einziehen. Ihr Chef, Vasilis Leventis, gilt als eine Kultfigur des griechischen Trash-Fernsehens der vergangenen Jahrzehnte.

Volkseinheit (LAE)

Die Partei ist durch die Spaltung der Syriza entstanden. Ihr Chef Panagiotis Lafazanis fordert den Austritt aus der Eurozone. Griechenland solle zudem seine Schulden nicht zurückzahlen.

Unabhängige Griechen (AE)

Die Führung der rechtspopulistischen Partei, einer Abspaltung der konservativen Nea Dimokratia, spricht von einer „Besetzung“ Griechenlands durch die Geldgeber. Allerdings waren die Rechtspopulisten erst im Januar eine Koalition mit der Syriza einzugehen. Die Partei stimmte dem neuen Sparprogramm geschlossen zu. Laut Umfragen muss sie nun um den Wiedereinzug ins Parlament zittern.

Syriza will die Sparpolitik stoppen und verlangt einen Schuldenerlass für das Land. Griechenland wird seit 2010 mit Finanzhilfen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und seiner Euro-Partner von 240 Milliarden Euro vor einer Staatspleite bewahrt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

23.01.2015, 20:21 Uhr

Die griechische Tragödie, nächster Akt
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Am Sonntag wird in Griechenland gewählt.
Samaras (ND) malt ein Horrorszenario an die Wand, sollte Tsipras (Syriza) die Wahl gewinnen. Für ihn wäre es das Ende.
ND und Pasok haben Griechenland über Generationen ausgenommen und in den Ruin geführt. ND liegt derzeit 6% hinter der Syriza, Pasok bei ca. 4%.

Wie ND und Pasok Griechenland ruiniert haben, lesen Sie hier:
Griechenland: Der geplünderte Staat
http://www.tagesspiegel.de/politik/griechenland-der-gepluenderte-staat-/4162448.html

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