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15.09.2011

19:01 Uhr

Griechenlandkrise

„Task Force“-Chef vor Herkules-Aufgabe

Horst Reichenbach, Vorsitzender der EU-Eingreiftruppe für das hochverschuldete Griechenland, will alles tun, um Wachstum zu schaffen. Ein Ökonom hält die Schuldenrückzahlung aus eigener Kraft für „illusorisch“.

Der Deutsche Horst Reichenbach leitet die „Task Force“ der EU. AFP

Der Deutsche Horst Reichenbach leitet die „Task Force“ der EU.

Athen/KielDie „Task Force“ der EU für das hochverschuldete Griechenland steht nach eigener Einschätzung vor sehr schwierigen Aufgaben. „Wir haben keine Wunderlösungen“, sagte der Chef der „Task Force“, Horst Reichenbach, am Donnerstag in Athen vor Journalisten zum Abschluss seines ersten dreitägigen Besuches und der Inspektion der Lage in Athen. Seine 30-köpfige Expertengruppe werde die Griechen vor allem beraten, wie man die Steuerhinterziehung bekämpft, das Budget kürzt und den Staat transparenter macht. Auch Reformen für das defizitäre Gesundheitssystem des Landes müssten angeschoben werden.

Aus Sicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft kann nur ein drastischer Schuldenerlass Griechenland vor einer Staatspleite bewahren. Reichenbach, hatte bereits im ARD-Morgenmagazin die Arbeit seiner Experten als sehr schwierig eingestuft: „Eine Reform dieses Umfangs ist sicherlich in jedem Staat der Welt eine Herkules-Aufgabe“, meinte Reichenbach und fügte hinzu, dass die griechische Verwaltung nicht die stärkste in der Welt sei. Das schwierigste Problem dürfe nach Ansicht Reichenbachs die Rezession sein. Die Bevölkerung mache „bittere Erfahrungen“. Er werde alles Mögliche tun, um Wachstum zu bringen. Unter anderem wolle er prüfen, wie das Liquiditätsproblem der griechischen Banken gelöst werden könne. Dabei schloss der erfahrene EU-Funktionär nicht aus, dass Gelder aus Strukturfonds der EU dafür genutzt werden könnten.

Reichenbach will bis Ende Oktober einen ersten Plan mit Eckpunkten über die Ankurbelung der griechischen Wirtschaft vorlegen. Sie war 2010 um 4,5 Prozent geschrumpft. Nach aktuellen Schätzungen wird die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um weitere 5,3 Prozent zurückgehen. „Griechenland wird aus eigener Kraft nicht in der Lage sein, die Staatsschulden zum vollen Kurs zurückzuzahlen. Auch nicht mit dem erweiterten Euro-Rettungsschirm. Das ist illusorisch“, sagte der Leiter des Zentrums Wirtschaftspolitik beim Kieler Institut für Weltwirtschaft , Henning Klodt, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Einen Ausstieg aus der Währungsunion hält er dagegen für so gut wie unmöglich.

Kommentare (6)

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Pendler

15.09.2011, 19:12 Uhr

Die Rettung von Griechenland wäre einfach.

1. Erlasst den Griechen die Schulden (das Spielgeld ist eh weg)
2. Gebt ihnen die Drachme zurück

Nur eben, man hat Griechenland nur deshalb kaputt geschossen, um die 100% Kontrolle über ALLE PRIVATBANKEN zu bekommen. Ziel dieser Krise ist nur dioe 100% Kontrolle über das gesamte Finanzsystem der EU.

Arminius

15.09.2011, 19:28 Uhr

Eine Frage:
Falls einige wirtschaftsstarke Euroländer (D. F. NL etc. etc.) einen neuen „Strongeuro oder Nordeuro“ vereinbaren und einführen, in welcher Währung würden die Normaleuroanleihen zurückgezahlt die diese Länder vor der Einführung des neuen Strongeuro oder Nordeuro ausgegeben haben?

Account gelöscht!

15.09.2011, 19:39 Uhr

Alles hoffnungslos! Überlegt doch mal: die letzte Finanzkrise haben die Banken doch nur per Bilanzierungstrick überlebt, nämlich indem alle problematischen Papiere in Bad Banks ausgelagert wurden.

Und nun wiederholt sich das gleiche Spiel mit Staatsanleihen... nur diesmal wird's komisch, denn wie soll der Staat für seine eigenen Schuldscheine bürgen? Das tut er doch bereits ;)

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