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27.01.2015

20:10 Uhr

Griechenlands neue Minister

Popstar und graue Eminenz gegen das Sparprogramm

Zwei Wirtschaftsexperten sollen Griechenlands Finanzprobleme angehen. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Doch Giannis Varoufakis und Giannis Dragasakis haben ein gemeinsames Ziel: das Ende der Sparpolitik.

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Nach Wahlsieg in Griechenland : Neue Regierung steht

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AthenGiannis Varoufakis und Giannis Dragasakis sollen in Zukunft den Kampf für die Rettung Griechenlands in der Eurogruppe führen. Die beiden Ökonomen sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten, setzen sich aber beide vehement für das sofortige Ende der Sparpolitik und einen Schuldenschnitt ein. Ihre Rollen sind klar verteilt.

Giannis Varoufakis
Giannis Varoufakis gilt in seinem Heimatland als „Popstar“ der Ökonomie. Der 53 Jahre alte gebürtige Athener ist viel in der Welt herumgekommen. Als Wirtschaftsprofessor hat er unter anderem in Sydney und Glasgow gelehrt. Zuletzt war er an der Universität von Texas in Austin angestellt.

Der kahlrasierte Varoufakis treibt viel Sport und präsentierte sich schon in der Vergangenheit im Fernsehen oft breit grinsend. Er gilt als streitsüchtig und ist dafür bekannt, seine Gesprächspartner gern zu provozieren. Eine seiner bekanntesten Aussagen: „Wenn es in Griechenland kein Wirtschaftswachstum gibt, werden die Kreditgeber keinen Cent sehen.“ Es wird erwartet, dass Varoufakis in den bevorstehenden Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern an vorderster Front agieren soll.

Im Internet betreibt Varoufakis seit Jahren ein populäres englischsprachiges Blog. Als Finanzminister werde er in Zukunft weniger bloggen, ließ er seine Leser nun wissen. Aufhören will er damit aber nicht.

Giannis Dragasakis
Der 1947 auf Kreta geborene Ökonom ist das genaue Gegenstück zu dem draufgängerischen Varoufakis. In seinen eher seltenen Interviews und Fernsehauftritten gibt sich Dragasakis überlegt und höflich. Es wird erwartet, dass sich der Vize-Regierungschef in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern zunächst eher im Hintergrund halten wird.

Seine politische Laufbahn startete der grauhaarige Wirtschaftsexperte vor rund 50 Jahren in der Kommunistischen Partei. Jahrzehntelang wirkte er dabei vor allem als Stratege.

Dragasakis bringt als einziger im neuen griechischen Kabinett Erfahrung als Regierungsmitglied mit. 1989 war er stellvertretender Wirtschaftsminister in einer überparteilichen Übergangsregierung des konservativen Ministerpräsidenten Xenophon Zolotas. Dragasakis engagierte sich über Jahre in verschiedenen Vorgängerbewegungen der heutigen Linkspartei Syriza.

Von

dpa

Kommentare (7)

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Herr Uwe Reissner

28.01.2015, 07:46 Uhr

Wie ich schon erwähnt hatte, muss Griechenland zuerst seinen Binnenmarkt stärken, ohne den Euro zu verlassen.

Das ist möglich, in den man Zölle auf Lebensmittel und andere Binnenmarktprodukte einführt. Das bringt zusätzliches Geld und schafft Arbeitsplätze. Tsipras könnte damit seine Reformen durchführen.

Herr Josef Weyh

28.01.2015, 08:00 Uhr

Aber Herr Reissner, glauben Sie wirklich, dass die Welt auf Lebensmittel und andere Binnenmarktprodukte aus Griechenland wartet? Da kenne ich einige Länder, dort werden die Obstbauern vor Freude auf den Tisch springen, wenn Griechenland so was einführen würde. Und welche anderen Binnenmarktprodukte sollen denn aus Griechenland exportiert werden? Ich kann keine erkennen!
Die wirklich einzig funktionierende "Industrie" ist der Fremdenverkehr. Und dort wird es erhebliche Einschnitte geben, gerade was die Buchung von Deutschen angeht. Ich habe zum Beispiel wegen der dort bestehenden Deutschfeindlichkeit meinen Sommerurlaub auf Kreta storniert. Die dabei entstanden Kosten waren wir lieber als meine Gesundheit zu riskieren!

Herr Uwe Reissner

28.01.2015, 08:12 Uhr

Es geht darum, das Griechenland seine eigenen Lebendsmittel produziert und nicht importiert.

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