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25.01.2016

17:55 Uhr

Griechisch-mazedonische Grenze

Rund 2000 Flüchtlinge harren in der Kälte aus

Wegen verstärkter Kontrollen warten derzeit rund 2000 Flüchtlinge an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien. Die Lage ist angespannt, ein Mensch ist bei Streitigkeiten ums Leben gekommen.

Die Flüchtlinge harren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aus. ap

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze

Die Flüchtlinge harren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt aus.

AthenRund 2000 Migranten und Flüchtlinge warten wegen verstärkter Kontrollen in der Nähe der griechisch-mazedonischen Grenze auf die Weiterreise nach Westeuropa. Die Menschen harrten in Bussen und in einer Tankstelle rund 20 Kilometer südlich des Grenzübergangs von Idomeni aus.

Augenzeugen zählten am Montagvormittag 39 wartende Busse. Medien zufolge kam es zu Streit unter den Menschen. Dabei sei einer von ihnen ums Leben gekommen, berichtete das staatliche Radio Griechenlands. Der Grund der Auseinandersetzung blieb zunächst unklar.

Was treibt Flüchtlinge nach Europa?

Syrien

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.

Eritrea

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.

Afghanistan

Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.

Mali

Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.

Nigeria

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.

Grund des „Staus“ ist, dass Mazedonien nur Menschen passieren lässt, die in Österreich oder Deutschland Asyl beantragen wollen. Zudem wird die Weiterreise nur Schutzsuchenden aus dem Irak, Syrien und Afghanistan erlaubt. Bürger anderer Staaten würden von den mazedonischen Behörden als Wirtschaftsflüchtlinge eingestuft und zurück nach Griechenland geschickt, sagten Vertreter von Hilfsorganisationen im griechischen Rundfunk.

Einige Menschen versuchten demnach, an unüberwachten Stellen die Grenze zu überqueren, um ihren Weg auf der sogenannten Balkanroute fortzusetzen. In der Region herrschten am Montag Temperaturen um den Gefrierpunkt.

Von

dpa

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