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29.07.2015

15:38 Uhr

Griechische Banken

EZB lässt Ela-Notfallkredite unverändert

Die ELA-Hilfskredite für die griechischen Banken werden wohl auf dem derzeitigen Niveau von 91 Milliarden Dollar bleiben. Das entschied der EZB-Rat einem Insider zufolge. Athen habe um keine erneute Erhöhung gebeten.

Die Notfallkredite für die griechischen Banken werden wohl auf dem aktuellen Niveau von 91 Milliarden Dollar verlängert. AFP

Höchstgrenze für ELA-Kredite bleibt stabil

Die Notfallkredite für die griechischen Banken werden wohl auf dem aktuellen Niveau von 91 Milliarden Dollar verlängert.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat einer mit der Situation vertrauten Person zufolge die Notfall-Hilfen an die angeschlagenen griechischen Geldhäuser auf dem aktuellen Niveau verlängert. Griechenland habe um keine Erhöhung nachgesucht, sagte der Insider am Mittwoch zu Reuters. Damit liegt die Obergrenze für die sogenannten ELA-Kredite derzeit weiter bei rund 91 Milliarden Euro.

Diese werden gegen Sicherheiten von der Athener Notenbank vergeben. Über die Gewährung des Rahmens entscheidet aber der EZB-Rat. Die Banken in Griechenland sind seit dem 20. Juli wieder offen. Es gelten allerdings Kapitalverkehrskontrollen. Die Börse des von der Pleite bedrohten Landes hingegen blieb auch am Mittwoch noch geschlossen.

ELA und die griechischen Banken

Was heißt „ELA“?

Ela steht für „Emergency Liquidity Assistance“, also Notfall-Liquditätshilfe.

Wer vergibt die Kredithilfen?

Die Hilfe wird nicht von der EZB direkt, sondern von der jeweiligen nationalen Notenbank vergeben, die auch für mögliche Verluste haftet. Der EZB-Rat muss der Gewährung aber zustimmen.

Welche Regeln gelten?

Streng genommen dürfen Ela-Kredite nur an Banken vergeben werden, die nur einen vorübergehenden finanziellen Engpass haben. Grundsätzlich müssen die Geldhäuser aber solide aufgestellt, also solvent sein. Kritiker bezweifeln, dass dies auf griechische Banken noch zutrifft.

Wie wichtig sind die Hilfen für griechische Banken?

Sollte die EZB die Ela-Hilfen einstellen, müssten die griechischen Banken die bereits gewährten Milliarden relativ schnell zurückzahlen - was sie faktisch nicht können. Seit Monaten hängen die Hellas-Banken am Ela-Tropf: Von der üblichen Versorgung mit frischem Zentralbankgeld sind sie überwiegend abgeschnitten. Denn ein Großteil ihrer Sicherheiten - griechische Staatsanleihen - werden von der EZB zurzeit nicht als Pfand akzeptiert, weil sie zu schlecht bewertet sind.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Klaus Hofer

30.07.2015, 08:13 Uhr

Die EZB wurde aufgrund der in Europa gemachten Erfahrungen mit den verschiedenen Notenbanken der einzelnen Mitgliedsstaaten der Währungsunion seinerzeit bewusst nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank konzipiert. Dadurch sollte die Unabhängigkeit der EZB vor einer politischen Einflussnahme sichergestellt werden. Weder in den Maastrichter Verträgen noch in den Statuten der EZB ist daher eine Staatsfinanzierung von Mitgliedern der Eurozone vorgesehen. Die ELA Notkredite an griechische Banken stellen jedoch unzweifelhaft eine indirekte Finanzierung des griechischen Staates dar und sind somit unstatthaft. Bis zur Einführung der Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland waren die ELA Notkredite zudem ein Vehikel zur beschleunigten Kapitalflucht, worauf auch Bundesbankpräsident Weidmann zu Recht hingewiesen hat. Die ELA Notkredite sind ein weiteres Argument für eine grundsätzlich erforderliche Reform der Eurozone und ihrer Institutionen.

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