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14.02.2017

09:54 Uhr

Griechischer Notenbankchef

„Ohne Euro wird Griechenland wie Nordkorea“

Der griechische Zentralbankchef möchte keine Diskussionen mehr über einen möglichen Grexit seines Landes. Austrittsbefürwortern empfiehlt er eine Reise nach Nordkorea. Die meisten Griechen sprechen sich für den Euro aus.

Der griechische Notenbankchef möchte dem Euro treu bleiben. AP

Ioannis Stournaras

Der griechische Notenbankchef möchte dem Euro treu bleiben.

AthenDer Chef der griechischen Notenbank hat seine Landsleute aufgefordert, die Diskussionen über einen Austritt aus der Eurozone zu beenden. „Wer solchen Unsinn erzählt – wenn wir den Euro aufgeben, würde nichts (Schlimmes) passieren –, soll nach Nordkorea reisen. Dann werden sie sehen, was passieren würde“, sagte Ioannis Stournaras von der Bank of Greece dem Finanzausschuss des Parlaments, wie mehrere Medien am Dienstag übereinstimmend berichteten. Stournaras war am Vortag vor dem Ausschuss in Athen erschienen.

Trotz der harten Sparmaßnahmen ist die Mehrheit der Griechen laut einer Umfrage weiter für den Verbleib des Landes in der Eurozone. Es gab jedoch in den vergangenen Wochen immer wieder Aussagen von Funktionären aus der zweiten und dritten Reihe der Regierungspartei Syriza, man solle wegen der Forderungen der Gläubiger nach weiteren Sparmaßnahmen daran denken, die alte Währung wieder einzuführen.

Griechenlands Schuldenkrise in Zahlen

2012: Staatsverschuldung

305,1 Milliarden Euro (160% des BIP)

2012: Haushaltsdefizit

16,9 Milliarden Euro (8,8% des BIP)

2013: Staatsverschuldung

320,5 Milliarden Euro (178% des BIP)

2013: Haushaltsdefizit

23,5 Milliarden Euro (13% des BIP)

2014: Staatsverschuldung

319,7 Milliarden Euro (180% des BIP)

2014: Haushaltsdefizit

6,5 Milliarden Euro (3,6% des BIP)

2015: Staatsverschuldung

311,5 Milliarden Euro (177% des BIP)

2015: Haushaltsdefizit

12,8 Milliarden Euro (12,8% des BIP)

Laut einer Umfrage des griechischen demoskopischen Instituts Metron Analysis hatte sich die Mehrheit der Griechen zuletzt für den Euro ausgesprochen. Auf die Frage, ob das Land in der Eurozone bleiben sollte oder nicht, sprachen sich 64 Prozent dafür aus. 31 Prozent waren dagegen für die Wiedereinführung der Drachme. Griechenland kämpft seit Jahren gegen hohe Schulden. Im Sommer stehen erneut Rückzahlungen in Milliardenhöhe an. Ohne finanzielle Unterstützung droht dem Land die Zahlungsunfähigkeit.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Unbekannt

14.02.2017, 11:11 Uhr

Die Griechen sprechen sich so lange für den Verbleib im Euro aus, wie wir ihre Rechnungen bezahlen. Das gleiche gilt für Spanien, Frankreich und Italien.

Es liegt an uns, diese Ausplünderung der Nordländer durch die Südländer zu beenden.

Warum in Gottes Namen tut in Deutschland keiner was? Unsere Politiker schauen gebannt auf die Schlange und warten auf ein Wunder!

Frau Nelly Sachse

14.02.2017, 11:40 Uhr

Die "Europäische Idee" schließt eben Griechenland mit ein, koste es was es wolle. Somit ist es eine win-win-Situation: Die Griechen bekommen ihren Lebensstandard gesichert und unsere Eliten
feiern sich und sind stolz auf ihr Großreich Europa. Was kümmert sie, wer letztendlich das Ganze bezahlt?

Account gelöscht!

14.02.2017, 11:42 Uhr

Dieser griechische Zentralbank Chef droht dem Griechischen Volk mit den Methoden des Nordkoreanischen Führer Kim-Jong un.
Dabei ist es der Euro, der Griechenland in der Mangel- und Armutsfalle der EU-Globalisierungseliten hält. Nutznießer von den Euro Schuldenländer ist die Deutsche Exportwitschaft die auf einen schwachen Euro angewiesen ist. Um so mehr Euro Schuldenländer um so schwächer der Euro um so besser für die Deutsche Exportwirtschaft. Wie lange wollen sich die Griechen, Franzosen, Spanier, Italiener, Protugiesen diesen perverse Globalisierungsspiel der Deutschen Politik-Wirtschaft Eliten noch gefallen lassen?!
Raus aus den EURO, Raus aus der EU. Und ihr könnt endlich wieder frei aufatmen und selbstbestimmt euren Geschäften und Leben nachgehen. Danke!

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