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18.03.2014

15:24 Uhr

Größter Ansturm auf Melilla

500 Flüchtlinge gelangen in Exklave

Fast täglich versuchen Afrikaner, die Grenzanlagen der spanischen Stadt Melilla zu überwinden. Die Exklave erlebt nun den größten Ansturm von Flüchtlingen. Die spanische Regierung verlangt ein größeres Engagement der EU.

Flüchtlinge in der spanischen Nordafrika-Enklave. Etwa 1.000 Afrikaner nutzten den dichten Nebel, um von Marokko nach Spanien zu gelangen. Reuters

Flüchtlinge in der spanischen Nordafrika-Enklave. Etwa 1.000 Afrikaner nutzten den dichten Nebel, um von Marokko nach Spanien zu gelangen.

MelillaBeim größten Massenansturm auf Melilla sind etwa 500 afrikanische Flüchtlinge in die spanische Nordafrika-Exklave gelangt. Etwa 1.000 Afrikaner hatten nach Schätzungen der Behörden am Dienstag versucht, von Marokko aus auf spanisches Gebiet zu gelangen. Die Flüchtlinge nutzten den dichten Nebel, der über der Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste lag und den Polizeibeamten auf beiden Seiten der Grenze die Sicht nahm.

Der bislang größte Flüchtlingsansturm auf Melilla war im Oktober 2005 registriert worden. Damals waren 350 Afrikaner in die Stadt gelangt. Spanien ließ damals die Befestigungen an der Grenze zu Marokko ausbauen und die Grenzzäune erhöhen.

Nach dem jüngsten Ansturm kündigte Madrid eine Verstärkung der Polizeikräfte in Melilla an. Innenminister Jorge Fernández Díaz forderte die EU auf, sich verstärkt am Kampf gegen die illegale Immigration zu beteiligen. Spanien könne das Problem, das auf die großen Unterschiede im Lebensstandard zwischen Afrika und Europa zurückgehe, nicht allein bewältigen. Nach Informationen des Ministers warten in Marokko und Mauretanien etwa 80 000 Afrikaner auf eine Gelegenheit, nach Spanien zu gelangen. Hilfsorganisationen bezeichneten diese Zahl als übertrieben.

Der Präfekt von Melilla, Abdelmalik El Barkani, hielt den Flüchtlingen vor, sehr gewaltsam gegen die Grenzbeamten vorgegangen zu sein. Auf beiden Seiten der Grenze habe es Verletzte gegeben. Etwa 30 Flüchtlinge wurden vom Roten Kreuz wegen Schnittverletzungen behandelt, die sie beim Überklettern der Grenzzäune erlitten hatten.

Nach dem Erreichen spanischen Gebiets zogen die - überwiegend aus Mali stammenden - Afrikaner mit Triumphgesängen zum Aufnahmelager. Das für weniger als 500 Flüchtlinge angelegte Camp beherbergt nach Angaben der Behörden nun etwa 1900 Menschen. Zur Unterbringung der Neuankömmlinge wurden Zelte aufgestellt.

Der Konflikt in Algerien

Die radikale islamische Organisationen

In Algerien sind seit langem radikale islamische Organisationen aktiv. Anfang der 1990er Jahre entbrannte ein blutiger Konflikt zwischen Regierung und Fundamentalisten in dem nordafrikanischen Land.

Der Bürgerkrieg

Als sich während der Wahl im Dezember 1991 ein Sieg der Islamisten abzeichnete, brach die Armee die Wahl ab. In dem anschließenden Bürgerkrieg sollen bis zu 150 000 Menschen getötet worden sein.

Die radikal-islamische Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC)

Der seit 1999 amtierende Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika leitete in Algerien eine Politik der nationalen Versöhnung mit einer Generalamnestie für umkehrwillige Terroristen ein. Die radikal-islamische Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC) setzte jedoch ihre Anschläge fort.

El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI)

Die Terrororganisation, die sich seit Anfang 2007 El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI) nennt, sorgte mit schweren Anschlägen immer wieder für Schlagzeilen. Sie ist mittlerweile in der ganzen Region aktiv. Die algerische Sicherheitskräfte konnten zwar die terroristischen Aktivitäten eindämmen, aber die AQMI stellt weiter eine Bedrohung dar.

„Das kann nicht so weitergehen“, sagte der Chef der Stadtregierung von Melilla, Juan José Imbroda. „Es müssen drastische Entscheidungen getroffen werden. Beim Anblick der einströmenden Afrikaner hatte man den Eindruck, eine Armee ziehe in die Stadt ein.“

Die Massenanstürme auf die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla hatten in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. In den ersten zweieinhalb Monaten dieses Jahres überwanden mehr als 1000 Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara die Grenzzäune von Melilla. Das sind nach Erhebungen der Zeitung „El País“ etwa ebenso viele wie im gesamten Jahr 2013.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

18.03.2014, 16:02 Uhr

Ursache der Odyssee v Fluechtlingen nach Europa=zum Teil die verwerfliche NatoPolitik.Es sind nicht nur WirtschaftsFluechtlinge welche nach Europa kommen.Wenn man betrachtet dass Natolaender m ihren Kriegen+schmutzige Politik schon ueber 20 mio Opfer verursacht haben im NahOst an Toten,Verwundeten,Fluechtlingen+viele Laender+Regionen verwuestet haben,dann=es ein Wunder das sowenige Fluechtlinge EUGrenzen stuermen.Auch Hunger=ein wichtiger Grund,BioOel+landwirtschaftliche EUPolitik haben fast eine Milliarde v Menschen inden Hunger getrieben,davon viele unweit v Europa.Das EU sich so abschottet v dem Elend das v ihr verursacht wurde=sehr heuchlerisch+wurde auch v PapstFranziskus als sehr niedriger Moral angemahnt.Fuer diese Politik bekam EU 2012 den NobelFriedensPreis der seit Obama nur noch den Wert eines KarnavalOrdens hat.Hoechste Zeit die Nato in eine EUOrganisation zu aendern um von den,Desaster bringenden, Kriegstreibern wie USA loszukommen

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18.03.2014, 16:02 Uhr

Ursache der Odyssee v Fluechtlingen nach Europa=zum Teil die verwerfliche NatoPolitik.Es sind nicht nur WirtschaftsFluechtlinge welche nach Europa kommen.Wenn man betrachtet dass Natolaender m ihren Kriegen+schmutzige Politik schon ueber 20 mio Opfer verursacht haben im NahOst an Toten,Verwundeten,Fluechtlingen+viele Laender+Regionen verwuestet haben,dann=es ein Wunder das sowenige Fluechtlinge EUGrenzen stuermen.Auch Hunger=ein wichtiger Grund,BioOel+landwirtschaftliche EUPolitik haben fast eine Milliarde v Menschen inden Hunger getrieben,davon viele unweit v Europa.Das EU sich so abschottet v dem Elend das v ihr verursacht wurde=sehr heuchlerisch+wurde auch v PapstFranziskus als sehr niedriger Moral angemahnt.Fuer diese Politik bekam EU 2012 den NobelFriedensPreis der seit Obama nur noch den Wert eines KarnavalOrdens hat.Hoechste Zeit die Nato in eine EUOrganisation zu aendern um von den,Desaster bringenden, Kriegstreibern wie USA loszukommen

Account gelöscht!

18.03.2014, 16:48 Uhr

"Der Präfekt von Melilla, Abdelmalik El Barkani, hielt den Flüchtlingen vor, sehr gewaltsam gegen die Grenzbeamten vorgegangen zu sein.
[...]
Nach dem Erreichen spanischen Gebiets zogen die - überwiegend aus Mali stammenden - Afrikaner mit Triumphgesängen zum Aufnahmelager."
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M.E. ist das eine langfristige Invasion.
Außerdem sind das Straftäter (haben damit jeden Asylanspruch verwirkt und gehören sofort ausgeschafft) und keine Sonntagsschüler!
Diese Grenzen müssen unbedingt richtig dicht gemacht werden und gegen einen gewalttätigen, invasiven Mob ist ggf. Schußwaffengebrauch angesagt! Europa hat *im Interesse seiner Bürger* seine Außengrenzen zu schützen, u.U. auch mit harten Bandagen mit Truppen und bewaffneten Küstenwachbooten!
Klingt hart, aber so sehe ich das nun mal. Man kann auch als Deutscher oder Europäer nicht einfach illegal nach Australien oder in die USA migrieren.

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