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11.01.2017

00:44 Uhr

Großbritannien debattiert

Nach dem Mindestlohn der Höchstlohn?

Nach dem Brexit beschäftigt auch die Schere zwischen Reich und Arm Großbritannien. Labour-Chef Jeremy Corbyn wagt sich mit einem Vorschlag aus der Deckung: eine Obergrenze für den Verdienst. Schon schäumen die Kollegen.

Lehnt sich aus dem Fenster: Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, bei einer Rede am 10. Januar. Reuters, Sascha Rheker

The leader of Britain's opposition Labour Party Jeremy Corbyn speaks at Paston Farm Centre, in Paston near Peterborough

Lehnt sich aus dem Fenster: Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, bei einer Rede am 10. Januar.

LondonDer britische Labour-Chef Jeremy Corbyn will die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich mit einem Höchstlohn in den Griff bekommen. Der mit seiner Partei in Umfragen von den konservativen Torys abgehängte Sozialist sagte am Dienstag in Interviews, etwas mehr als sein eigenes Einkommen von 138 000 Pfund (158 000 Euro) im Jahr müssten eigentlich reichen. Der BBC sagte er: „Ich würde gern eine Art Höchstverdienstgrenze sehen.“

Der Vorstoß des Oppositionschefs zog umgehende Kritik nach sich. Während die Torys die Idee zurückwiesen, erklärten auch einige Labour-Politiker, dass Corbyns Vorschlag nicht der Parteilinie entspreche. Der frühere Corbyn-Berater David Blanchflower sagte, es handele sich um eine „total idiotische, undurchführbare Idee“, die eine Abwanderung von Fachkräften nach sich zöge.

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Die britische Premierministerin gibt sich gern als Kämpferin für die kleinen Leute. Doch bei der Vorbereitung des EU-Austritts lässt sich nicht länger verbergen: Sie stand eigentlich immer auf Seiten des Establishments.

Corbyn steht wegen schlechter Umfrageergebnisse in seiner eigenen Partei unter Druck. Einige Labour-Mitglieder werfen ihm vor, angesichts von Herausforderungen wie dem Brexit Führungsstärke vermissen zu lassen.

Corbyn versuchte in den Interviews und einer Rede am Dienstag, den Brexit-Ansatz von Labour zu verdeutlichen. Es sei unbedingt notwendig, Großbritannien den uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt zu erhalten, sagte er. Seine Partei sei für faire Regeln und eine angemessene Handhabung der Migration bei der künftigen Beziehung mit der EU, doch Jobs und Lebensstandards müssten bei den Verhandlungen an erster Stelle stehen.

Von

ap

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