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10.07.2014

12:32 Uhr

Großbritannien

Eine Million Staatsbedienstete streiken

Protestaktion gegen Sparmaßnahmen in öffentlichem Dienst: Laut Gewerkschaft bestreiken von Beamten über Lehrer bis zu Straßenkehrer in Großbritannien. Auslöser sind die seit Jahren steigenden Lebenshaltungskosten.

Streikende Staatsbedienstete vor dem britischen Parlament. Reuters

Streikende Staatsbedienstete vor dem britischen Parlament.

LondonAus Protest gegen die Sparmaßnahmen der britischen Regierung im öffentlichen Dienst haben am Donnerstag nach Gewerkschaftsangaben mehr als eine Million Staatsbedienstete ihre Arbeit niedergelegt. An dem größten Streik seit dem Amtsantritt des konservativen Premierministers David Cameron beteiligte sich ein breites Spektrum von Berufsgruppen wie Beamte, Lehrer und Straßenkehrer. In mehreren Städten waren Protestaktionen geplant, darunter auf dem Trafalgar-Platz in London. Die Gewerkschaften protestieren mit dem Streik dagegen, dass die Gehälter seit Jahren nicht mit den steigenden Lebenshaltungskosten Schritt halten.

Camerons Regierung hatte 2010 die Gehälter im öffentlichen Dienst für zwei Jahre eingefroren und erhöhte sie seitdem nur in begrenztem Maße. Die Generalsekretärin des gewerkschaftlichen Dachverbands Trades Union Congress, Frances O'Grady, sagte, die Streikenden forderten, nicht von der wirtschaftlichen Erholung ausgeschlossen zu werden. „Wir sollten alle einen fairen Anteil erhalten, da die Wirtschaft wächst“, sagte O'Grady. Die britische Wirtschaft war infolge der globalen Finanzkrise 2008 stark eingebrochen, überwand jedoch 2009 die Rezession.

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Die Regierung zeigte sich zuversichtlich, dass die meisten Staatsbediensteten ungeachtet des Streiks zur Arbeit erscheinen würden. Der Minister für Kabinettsangelegenheiten, Francis Maude, verteidigte die bisherige Politik und nannte den Streik nicht gerechtfertigt. „Wir sind durch eine tiefe, tiefe Rezession gegangen, wir hatten ein riesiges Budgetdefizit und brauchten Zurückhaltung bei den Gehältern“, sagte Maude im Rundfunksender BBC. Zudem hätten die Gehälter im öffentlichen Dienst stärker zugelegt als in der Privatwirtschaft. „Hätten wir sie mehr erhöht, wären mehr Jobs verloren gegangen“, sagte Maude.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

10.07.2014, 16:38 Uhr

"Auslöser sind die seit Jahren steigenden Lebenshaltungskosten."

Das kann doch garnicht sein. Die EZB veröffentlicht regelmäßig, dass sie Angst vor Deflation hat und deshalb die Zinsen bei Null Prozent hält.

Die Britten, die spinnen!

Oder doch nicht?
Sollen Sie doch statt Lebensmittel alte Videorecorder und alte PCs kaufen. Die sind letztens im Preis ganz ordentlich gefallen.

Bei uns glauben dies doch auch die Leute. Weshalb trampeln diese Britten nun schon wieder aus der Reihe und lassen sich diese Verdummung nicht mehr bieten?

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