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12.07.2016

22:04 Uhr

Großbritannien

Labour-Partei steht vor einer Urwahl

Erst im September hat eine große Mehrheit der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn zum Vorsitzenden gewählt. Doch er ist in der Gunst der Abgeordneten gefallen. Nun spitzt sich der Kampf um den Parteivorsitz zu.

Jeremy Corbyn unter Druck: Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei braucht bei einer Urwahl keine Nominierungen durch Unterstützer. Diese hätte er möglicherweise nicht gefunden. AFP; Files; Francois Guillot

Jeremy Corbyn

Jeremy Corbyn unter Druck: Der Vorsitzende der britischen Labour-Partei braucht bei einer Urwahl keine Nominierungen durch Unterstützer. Diese hätte er möglicherweise nicht gefunden.

LondonDie britische Labour-Partei steuert auf eine Urwahl der Parteibasis um den Vorsitzenden-Posten zu. Das zeichnete sich am Dienstagabend nach einer Sitzung des Nationalen Exekutivkomitees der Partei ab.

Der unter massiven Druck stehende Vorsitzende Jeremy Corbyn dürfte dabei der Abgeordneten Angela Eagle gegenüberstehen. Damit dürfte sich die schwere Krise der Partei noch über Wochen fortsetzen.

Das Exekutivkomitee entschied, dass Corbyn auch ohne Unterstützung der Labour-Abgeordneten zu einer Urwahl antreten kann. Er benötige nicht wie Herausforderer die Unterstützung von mindestens 50 Parlamentarier.

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Bei der britischen Labour-Partei geht es hoch her: Parteichef Jeremy Corbyn klagt über Morddrohungen. Und das Büro seiner Herausforderin Angela Eagle wird angegriffen. Corbyn ruft zur Ruhe auf.

Während Eagle damit keine Problem hat, dürfte es den 67-jährigen Parteilinken schwerfallen, so viele Stimmen hinter sich zu bringen. Corbyn ist zwar in der Parteibasis beliebt, nicht aber bei den Abgeordneten - die hatten ihm jüngst mit breiter Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen.

Skeptiker fürchten bereits, dass der anhaltende Führungsstreit zur Spaltung der Partei führen könnte.

Corbyn äußerte sich optimistisch nach der Entscheidung des Komitees. „Wir werden über die wichtigen Themen Wahlkampf führen“, sagte er mit Blick auf eine Urwahl. Er nannte dabei soziale Gerechtigkeit und Verstaatlichungen.

Kritiker werfen Corbyn vor, unter seiner Führung habe die Partei bei den Regionalwahlen im Mai Verluste erlitten und man sei beim EU-Referendum gescheitert, eine Mehrheit für den Austritt zu verhindern. Corbyn war erst im September 2015 mit breiter Mehrheit der Basis an die Parteispitze gewählt worden.

Von

dpa

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