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19.12.2011

20:22 Uhr

Großbritannien

London beschließt Bankentrennung ab 2019

Künftig sollen Privatkunden- und die Investmentsparten getrennt Eigenkapital vorhalten. Der „Schutzschild“ für das Geld der Sparer soll aber erst ab 2019 kommen. Die Banken kostet das Paket bis zu 9,5 Milliarden Euro.

Das Bankenviertel in London. dpa

Das Bankenviertel in London.

LondonDie britischen Großbanken müssen ihr Privatkundengeschäft künftig stärker vom riskanteren Investmentbanking abgrenzen. Die Regierung in London beschloss am Montag die Umsetzung eines entsprechenden Vorschlags der Expertenkommission ICB. „Die Regierung wird das Privatkundengeschäft durch ein Schutzschild vom Investmentbanking abschotten“, sagte Finanzminister George Osborne vor dem Parlament. Die Pläne der ICB sehen keine formelle Abspaltung vor. Banken sollen demnach jedoch für das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie das Investmentbanking getrennt Eigenkapital vorhalten.

Großbritannien will seine vielgescholtene Londoner City härter an die Kandare nehmen - allerdings nicht in den nächsten acht Jahren. Von 2019 an sollen die Banken ihr Investmentbanking strikt etwa vom Privatkundengeschäft mit Spareinlagen und Kleinkrediten für Häuslebauer und kleinere Gewerbetreibende trennen, kündigte Finanzminister George Osborne am Montag an. Er übernahm damit die Schlüsselforderungen einer Expertenkommission (ICB), die bereits im September vorgestellt worden waren.

Die Reformen werden die City jährlich zwischen 3,5 und 8 Milliarden Pfund (4,2 bis 9,5 Mrd Euro) kosten, sagte Osborne. Die britische Wirtschaftsleistung werde dadurch um 0,8 bis 1,8 Milliarden Pfund gemindert. Die Kosten würden jedoch bei weitem wieder hereingespielt durch das geringere Risiko eines weiteren Bankenbankrotts, der in eine neue Finanzkrise münden und jährlich nach Berechnungen seines Ministeriums mindestens 9,5 Milliarden Pfund kosten könnte.

Größere Geschäftsbanken müssten dann eine harte Kernkapitalquote von mindestens zehn Prozent vorweisen. Die Royal Bank of Scotland, eine von mehreren Großbanken, die in der Finanzkrise 2008 mit Steuer-Milliarden gerettet werden mussten und heute zu 83 Prozent dem Staat gehört, muss ihre Risikogeschäfte deutlich eindämmen.

Die neuen Regelungen sollen 2015 in Gesetzestexte gegossen werden. Im Kern werden sie erst Ende 2019 in Kraft treten. Für Kritiker kommen die Reform deutlich zu spät und gehen nicht weit genug. Der frühere Labour-Finanzminister Alistair Darling, während der Finanzkrise im Amt, sagte, die Neuerungen hätten etwa die Pleite-Bank Northern Rock nicht gerettet.

Von

rtr

Kommentare (3)

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lowabras

19.12.2011, 21:23 Uhr

Na, das ist mal eine schnelle Aktion!
Bis dahin braucht nichts mehr getrennt zu werden, denn es wird sich von selbst trennen!

We-are-99-Prozent

19.12.2011, 21:33 Uhr

Stimmt es eigentlich, dass die Illuminaten die Clinton Affäre nur initiiert hatten, damit Herr Clinton die Zusammenlegungung von Zockerbanken (investment) mit dem ehrlichen Banking zustimmt.

Früher waren Investment- udn Echtes Banking ja noch getrennt, aber seit dieser Zeit hat man wegen Erpressbarkeit der Staaten diese beiden Banking Zweige zusammen gelegt.

heli100

20.12.2011, 08:19 Uhr

die Briten machen vor, was in Deutschland offensichtlich aufgrund der Bankenlobby nicht durchzusetzen ist. Die Frage bleibt warum erst so spät, wenn sich das doch alles so schön rechnet?
Heli100

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