Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.01.2011

12:43 Uhr

Großbritannien

London lockert Arbeitsrecht für neue Jobs

VonMatthias Thibaut

Jobs gegen gelockertes Arbeitsrecht - diesen Deal machte jetzt die britische Regierung mit ihren nationalen Unternehmen. Beim so genannten Jobgipfel unter Premier Cameron versprachen unter anderem zwei Supermarktketten bald Arbeitsplätze zu schaffen. Die Regierung verpflichtete sich im Gegenzug Arbeitsrechte einzuschränken.

David Cameron: Der Premier will neue Arbeitsplätze in seinem Land schaffen. Reuters

David Cameron: Der Premier will neue Arbeitsplätze in seinem Land schaffen.

LONDON. Britische Unternehmen schaffen neue Jobs, die Regierung lockert im Gegenzug das Arbeitsrecht. Das ist das Ergebnis des gestrigen „Jobgipfels“ in der Downing Street. Ziel ist, Arbeitsplätze zu ersetzen, die im öffentlichen Dienst abgebaut wurden. Premier David Cameron versprach die „unternehmerfreundlichste, wachstumsförderndste Pro-Job-Agenda, die eine Regierung je hatte“.

So sollen Arbeitgeber vermeintliche Faulenzer künftig leichter feuern können. Das Recht, Arbeitsgerichte anzurufen, wird eingeschränkt, die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verkürzt. Die Gewerkschaft Unite nannte die Pläne eine „Attacke auf die schwächsten Arbeitnehmerrechte Europas, die nichts mit der Schaffung von Arbeitsplätzen zu tun hat“. Auch der Berufsverband der Personaldienstleister (CIPD) warnte, eine Lockerung des Arbeitsrechts werde wenig an der drohenden Jobkrise ändern: „Entscheidend für die Beschäftigung in der Privatwirtschaft ist, ob Nettoexporte den langsameren Konsum ausgleichen können.“

Kaum hochwertige Arbeitsplätze

Laut Downing Street wurden in den vergangenen sechs Monaten 300 000 neue Arbeitsplätze im Privatsektor geschaffen. Während die von der Regierung unabhängige Haushaltsbehörde OBR in ihrer Dezemberprognose von einem stabilen Arbeitsmarkt 2011 und einer nur leichten Erhöhung der Arbeitslosenquote von derzeit 7,9 Prozent auf maximal acht Prozent ausgeht, rechnet das CIPD mit 2,7 Millionen Arbeitslosen und einer Quote von neun Prozent. Mehrwertsteuererhöhungen und Sparmaßnahmen kosteten im öffentlichen Dienst 120 000 und in der Privatwirtschaft 80 000 Jobs, prognostiziert der Verband.

Beim Gipfeltreffen sagten vor allem Dienstleister neue Jobs zu, die Supermarktkette Sainsbury’s etwa 20 000 binnen drei Jahren, beim Mitbewerber Morrisons sollen es 6 000 sein. Hochwertigere Arbeitsplätze in der Industrie bleiben dagegen Mangelware.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Ausverkauf! Ausverkauf!

11.01.2011, 14:40 Uhr

Jetzt Ausverkauf der Arbeitnehmerrechte!

Lieber die Rechte der Leute beschneiden, um wenigstens noch Lohnsteuer einzunehmen, als eine Anstellungsverpflichtung für Unternehmen zu verabschieden!

Eine umsatzabhängige Starfsteuer für zuwenig Angestellte eines Unternehmens wäre viel effektiver, um die beschäftigungszahlen zu verbessern!

Lasst endlich die Unternehmen zur Kasse!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×