Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.10.2017

14:41 Uhr

Großbritannien

May schickt Eon auf Talfahrt

Auf dem Parteitag der Konservativen hat Theresa May eine Preisbremse im Energiesektor angekündigt. Die Aktien der Energieanbieter, darunter Eon, sacken ab. Sechs Konzerne haben 85 Prozent des britischen Marktes im Griff.

Manchester

„Exit from Brexit“ – Briten wollen zurück in die EU

Manchester: „Exit from Brexit“ – Briten wollen zurück in die EU

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ManchesterDie britische Premierministerin Theresa May will eine Preisbremse im Energiesektor einführen. Sie sei zwar für freie Märkte, sagte May am Mittwoch beim jährlichen Parteitag der Konservativen. Sie werde aber einschreiten, falls diese nicht funktionierten. Zudem müsse gegen Monopole und Eigennutz vorgegangen werden.

Eines der besten Beispiele in Großbritannien sei derzeit der zerbrochene Energiemarkt. Eine Deckelung könne dabei helfen, Wucherpreisen ein Ende zu setzen. In den letzten zehn Jahren haben sich die Kosten für Energie in Großbritannien in etwa verdoppelt.

Die Aktienkurse von Energieversorgern weiteten ihre Verluste nach den Äußerungen von May aus. 85 Prozent des britischen Marktes werden von sechs Konzernen dominiert: Centrica, SSE, Eon, Npower, Scottish Power und EDF Energy. Die Papiere von Centrica fielen sechs Prozent und notierten damit so niedrig wie seit 14 Jahren nicht mehr. Die Aktien von SSE gaben rund drei Prozent nach, die von Eon vier Prozent.

Boris Johnson und Theresa May: Trügerische Ruhe

Boris Johnson und Theresa May

Trügerische Ruhe

Bei den britischen Konservativen brodelt es hinter den Kulissen, seitdem Boris Johnson am Stuhl der Premierministerin Theresa May gesägt hat. Doch beim Parteitag in Manchester überraschte Johnson mit seiner Rede.

Zuvor hatte sich May bei ihren Parteifreunden für die schiefgelaufene Parlamentswahl im Juni entschuldigt. Der Wahlkampf sei zu sehr nach Drehbuch und zu präsidentiell geführt worden, sagte May in Manchester. „Ich übernehme die Verantwortung, ich habe den Wahlkampf angeführt, es tut mir leid.“

May hatte die vorgezogene Wahl im Frühjahr ohne Not anberaumt. Doch statt eines vorhergesagten Erdrutschsieges verloren Mays Konservative nach einem schwachen Wahlkampf die Mehrheit im Unterhaus. Seitdem führt May eine Minderheitsregierung mit Hilfe der nordirischen DUP (Democratic Unionist Party). Die Regierungschefin gilt seitdem als geschwächt und muss sich immer wieder mit Querelen in ihrem Kabinett herumschlagen. Vor allem Außenminister Boris Johnson macht May mit nicht abgesprochenen Äußerungen zum Brexit und zu anderen Themen zu schaffen.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Old Harold

04.10.2017, 14:21 Uhr

Mein Tipp:

Jetzt Brit-Aktien von GlaxoSmithKline und Reckitt Benckiser kaufen. Gerade sehr günstig zu haben und die verlegen notfalls ihren Firmensitz per Federstrich ins Ausland.

Frau Annette Bollmohr

04.10.2017, 15:18 Uhr

"Zuvor hatte sich May für den Ausgang der Wahl entschuldigt"

???!!

Fühlt sie sich etwa persönlich für die (ebenfalls ganz persönliche) Entscheidung anderer verantwortlich (worauf immer die beruhen mag: Denken und sich informieren müssen die Leute schon selber), oder wie muss man das verstehen?


„Sie sei zwar für freie Märkte, sagte May (…). Zudem müsse gegen Monopole und Eigennutz vorgegangen werden. (…)“

Na, da hat sie Recht. Allerdings:

„Eine Deckelung könne dabei helfen, Wucherpreisen ein Ende zu setzen. In den letzten zehn Jahren haben sich die Kosten für Energie in Großbritannien in etwa verdoppelt.“

„Deckelungen“ sind und bleiben ein klassisches Instrument der Planwirtschaft.

Und die hat bekanntlich noch nie und nirgendwo über längere Zeit funktioniert.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×