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01.10.2013

19:43 Uhr

Großbritannien

Pleitebankern drohen künftig Gefängnisstrafen

Großbritannien nimmt seine Banker künftig mehr in die Pflicht – und droht ihnen mit Konsequenzen. Bis zu sieben Jahre Haft drohen Bank-Managern bald, die Geldhäuser mit ihren Entscheidungen in die Finanzprobleme bringen.

„Rücksichtloses Verhalten im Management einer Bank“ soll schon bald ein Straftatbestand in Großbritannien sein. dpa

„Rücksichtloses Verhalten im Management einer Bank“ soll schon bald ein Straftatbestand in Großbritannien sein.

LondonDie britische Regierung droht führenden Bank-Managern bei bestimmten Fehltritten künftig mit bis zu sieben Jahren Haft. Eine am Dienstag veröffentlichte entsprechende Gesetzesvorlage gehört zu einer Reihe von Änderungen der geplanten Bankenreform, mit der Großbritannien die Branche nach der Finanzkrise stärker an die Kandare nehmen will. Gegen Banker soll vorgegangen werden, wenn ihre Entscheidungen zum Scheitern eines Geldhauses führen oder sie andere nicht von solchen Entscheidungen abhalten, wie das Finanzministerium mitteilte.

Ein Ausschuss von Abgeordneten verschiedener Parteien hatte zuvor empfohlen, „rücksichtloses Verhalten im Management einer Bank“ als Vergehen aufzunehmen. Dieses soll mit einer Höchststrafe von sieben Jahren Gefängnis geahndet werden, wie das Finanzministerium bekanntgab. Demnach kann ersatzweise oder zusätzlich eine Geldbuße in unbegrenzter Höhe verhängt werden. Gelten soll die Regelung für bestimmte Top-Banker.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Dafür soll nach Ministeriumsangaben ein Register mit den führenden Vertretern der Geldhäuser erstellt werden. Die neue Straftat soll Spitzenmanager stärker zur Verantwortung ziehen und vor Fehlverhalten abschrecken. Sollte der Vorschlag Zustimmung finden, könnte das Gesetz Anfang 2014 in Kraft treten.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

01.10.2013, 20:02 Uhr

Die Kommentarfunktion zu Israels Säbelrasseln scheint abgeschaltet. Mein Beitrag deshalb hier mit Bitte im Umsetzung:

"Wie schon sooft will die Israelische Regierung Krieg um jeden Preis.

Dabei haben sie selbst ein unüberwachtes Atomprogramm, von dem eine viel größere Gefahr ausgeht. Schließlich haben die Israelis schon vielfach fremde Länder überfallen, annektiert - nicht der Iran. Und die Palästinenser werden in ihrem eigenen Land hinter Stacheldraht gefangen gehalten! "

Kamerun

01.10.2013, 20:29 Uhr

Warum wird das nicht für alle EU-Banker umgesetzt??? Braucht wieder jedes Land eine Extrawurst? Wie sinnlos scheint diese EU zu sein! Alle Rechte sollten in die Länder zurückgegeben werden. Euro und EU bringen uns in die Pleite.

Kritikaster

01.10.2013, 20:30 Uhr

Politiker bedrohen Bank-Manager mit "bis zu sieben Jahre(n) Haft ..., die Geldhäuser mit ihren Entscheidungen in ... Finanzprobleme bringen."

Guter Witz.

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