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06.10.2015

17:52 Uhr

Großbritannien

Regierung will Asylgesetz verschärfen

Migration ist in Großbritannien ein Reizthema. Nun sorgt Innenministerin Theresa May mit einer Rede für Aufsehen. Sie betonte, dass die Regierung sich „in tausend Jahren nicht“ an der EU-Asylpolitik beteiligen werde.

Hilfsorganisationen protestierten gegen die Rede Mays, die als Versuch gewertet wurde, im Rennen um die Nachfolge von Premierminister David Cameron den rechten Parteiflügel für sich zu gewinnen. Reuters

Theresa May

Hilfsorganisationen protestierten gegen die Rede Mays, die als Versuch gewertet wurde, im Rennen um die Nachfolge von Premierminister David Cameron den rechten Parteiflügel für sich zu gewinnen.

LondonGroßbritanniens Regierung will das britische Asylsystem reformieren und die Einwanderung bremsen. „Je weniger Menschen zu Unrecht Asyl beantragen, desto großzügiger können wir den bedürftigsten Menschen an den gefährlichsten Orten der Welt helfen“, sagte Innenministerin Theresa May am Dienstag beim Parteitag der britischen Konservativen in Manchester. Sie sprach sich unter anderem dafür aus, dass Flüchtlinge, die durch sichere Länder gereist seien, es schwerer haben sollten, ein Bleiberecht zu bekommen.

An einer gemeinsamen EU-Asylpolitik werde Großbritannien sich „in tausend Jahren nicht“ beteiligen, sagte May. Zu viel Einwanderung mache es unmöglich, eine „in sich geschlossene Gesellschaft“ aufzubauen, lasse Löhne sinken und mache Menschen arbeitslos. In den zwölf Monaten bis Juli 2015 hatten knapp 26.000 Menschen in Großbritannien Asyl beantragt. Deutschland erwartet nach offiziellen Angaben für das laufende Jahr bislang 800.000 Asylbewerber.

Unternehmer und Hilfsorganisationen protestierten gegen die Rede Mays, die als Versuch gewertet wurde, im Rennen um die Nachfolge von Premierminister David Cameron den rechten Parteiflügel für sich zu gewinnen. Migration ist in Großbritannien ein politisches Reizthema. Cameron hat angekündigt, die Zuwanderung auf 100.000 Menschen netto pro Jahr zu begrenzen, ist damit aber bisher deutlich gescheitert.

Von

dpa

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