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26.05.2015

09:11 Uhr

Großbritanniens Premier

Camerons Wahlkampftour durch Europa

Bis Ende 2017 sollen die Briten über die EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Vor dem Referendum verhandelt Premier Cameron nun über weitere britische Extrawünsche. Zunächst mit dem EU-Kommissionspräsidenten.

Der britische Premierminister David Cameron verhandelt mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über weitere britische Sonderrechte in der EU. Im Anschluss sollen die Briten über die weitere EU-Mitgliedschaft entscheiden. dpa

Unzufrieden mit dem Status Quo

Der britische Premierminister David Cameron verhandelt mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker über weitere britische Sonderrechte in der EU. Im Anschluss sollen die Briten über die weitere EU-Mitgliedschaft entscheiden.

LondonDer britische Premierminister David Cameron hat bei EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker dafür geworben, die Bedingungen für die Mitgliedschaft seines Landes in der Gemeinschaft zu ändern. Bei einem Abendessen am Montag habe Cameron deutlich gemacht, dass die Briten mit dem Status Quo nicht zufrieden seien, sagte eine Regierungssprecherin. Die EU müsse sich ändern, um auf diese Sorgen einzugehen. Juncker habe zugesagt, dabei zu helfen, eine faire Lösung für Großbritannien zu finden.

Cameron will diese Woche in zahlreichen europäischen Hauptstädten für sein Vorhaben werben, so auch in Paris und in Berlin. Unter anderem will er die Gewährung von Sozialhilfe für EU-Bürger in Großbritannien erschweren.

Was die Briten an der EU stört

Nationale Identität

Als ehemalige Weltmacht ist Großbritanniens Politik noch immer auf Führung ausgelegt. London ist gewohnt, die Linie vorzugeben, statt sich mühsam auf die Suche nach Kompromissen zu begeben. Die Briten reagieren allergisch auf jegliche Vorschriften aus Brüssel.

Londoner City

Die Londoner City ist trotz massiven Schrumpfkurses noch immer die Lebensader der britischen Wirtschaft. Großbritannien fühlt sich von Regulierungen, die in Brüssel ersonnen wurden, aber die City treffen, regelrecht bedroht.

Soziales und Arbeitsmarkt

Auch in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik wollen sich die Briten nicht von Brüssel herein reden lassen. Eine gemeinsame EU-weite Arbeitszeitrichtlinie hat beispielsweise für heftigen Streit gesorgt.

EU-Bürokratie

Die Euroskeptiker unter den Briten halten die Bürokratie in Brüssel für ein wesentliches Wachstumshemmnis. Anti-Europäer in London glauben, dass Großbritannien bilaterale Handelsabkommen mit aufstrebenden Handelspartnern in aller Welt viel schneller aushandeln könne als der Block der 27. Die Euroskeptiker fordern auch, dass der Sitz des Europaparlaments in Straßburg abgeschafft wird und die Abgeordneten nur noch in Brüssel tagen.

Medien

Die britische Presse ist fast durchgehend europafeindlich und prägt das Bild der EU auf der Insel. Das hat politische Wirkung. „Ich muss meinen Kollegen in Brüssel dauernd sagen, sie sollen nicht den 'Daily Express' lesen“, zitierte mal die „Financial Times“ einen britischen Minister.

Nach Abschluss der Beratungen sollen die Briten bis spätestens Ende 2017 in einem Referendum über den weiteren Verbleib ihres Landes in der EU abstimmen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Helmut Paulsen

26.05.2015, 10:08 Uhr

Die "Lügen-EU" mit ihrem Vorsitzenden Alkoholiker sollten die Briten schnellstmöglich verlassen. Ich beneide sie darum !

Juncker will Mr. Cameron nur aushorchen, und hinhalten.

Vergeudete Zeit, Mr. Cameron !

Herr Manfred Zimmer

26.05.2015, 17:34 Uhr

Geschickt die Strategie Camerons!

Zuerst fordert er Reformen in der EU. Die werden nciht kommen, weil keiner der amtierenden EU-Politiker einen Plan hat, was denn zu machen ist. Weder ein Kohl noch ein Mitterant sind da, ihnen ins Ohr zu flüstern.

Die Briten werden abstimmen und die EU-Mitgliedschaft beenden. Cameron wird argumentieren, dass er frühzeitig Reformen angemahnt hat. Die EU aber nichts, absolut nichts unternommen hat. Die EU-Bürokraten werden ihre Hände in Unschuld waschen. Das Gurkenthema hatten sie angefasst, die Glühbirnen hatten sie angefasst und jetzt die Staubsauger. Das war das Niveau derer, mit dem sich die Politiker umgeben haben.

EU und Euro sind Themen, zu dem diese Politiker nicht qualifiziert sind. Sie können nur "alternativlos", planlos abstimmen.

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