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30.10.2014

04:17 Uhr

Grubenunglück in der Türkei

Hoffnung für eingeschlossene Kumpel schwindet

Erneut ereignete sich in der Türkei ein Minenunglück; in mehr als 300 Meter Tiefe stürzte ein Bergwerksschacht ein und schloss 18 Bergleute ein. Bis jetzt konnte noch kein Kontakt zu ihnen aufgenommen werden.

Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht zu Minenarbeiter: „Für unsere eingeschlossenen Geschwister halten wir die Hoffnung natürlich aufrecht“, sagte er am Abend laut Nachrichtenagentur Anadolu. dpa

Präsident Recep Tayyip Erdogan spricht zu Minenarbeiter: „Für unsere eingeschlossenen Geschwister halten wir die Hoffnung natürlich aufrecht“, sagte er am Abend laut Nachrichtenagentur Anadolu.

IstanbulRetter versuchen nach dem Grubenunglück in der Türkei noch immer, Kontakt zu den 18 eingeschlossenen Bergleuten aufzunehmen. Laut Energieminister Taner Yildiz sind die Arbeiter in großer Gefahr. Der Präsident der Gewerkschaft Türk Is, Ergün Atalay, schätzte ihre Überlebenschancen als gering ein. Die Männer sind seit Dienstag in einer Kohlemine im südtürkischen Ermenek eingeschlossen.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und Präsident Recep Tayyip Erdogan reisten am Mittwoch zum Unglücksort. „Wir wissen nicht genau, wo die Arbeiter sind“, sagte Davutoglu. Daher könne er keine Angaben über die Dauer der Bergungsarbeiten machen. Er kündigte eine genaue Untersuchung des Unfalls an. „Unsere Minen müssen schnell modernisiert werden“, sagte Davutoglu.

Die größten Minenunglücke der vergangenen Jahre

2005

Eine Explosion in einem Kohleschacht kostet 203 Bergleuten in der Region Fuxin im Südwesten Chinas das Leben. Zwölf weitere Kumpel werden nie gefunden. Es gilt als das schwerste Grubenunglück in der Geschichte der Volksrepublik.

2006

65 Kohlekumpel sterben bei einer Gasexplosion in San Juan de Sabinas in Nordmexiko.

2007

Beim schwersten Grubenunglück nach Ende der Sowjetunion kommen in der Ukraine mindestens 90 Bergleute bei einer Methangasexplosion in einer Kohlemine bei Donezk ums Leben.

2010

Eine Explosion im Kohlebergwerk Upper Big Branch im US-Staat West Virginia kostet 29 Bergarbeiter das Leben.

2010

33 verschüttete Bergleute werden in Chile nach 69 Tagen aus einer Gold- und Kupfermine gerettet.

2010

29 Männer kommen bei einem der schwersten Grubenunglücke in der Geschichte Neuseelands ums Leben. Eine riesige Gasexplosion zerstört alle Hoffnungen auf die Bergung der Kumpel, die nach einer ähnlichen Explosion fünf Tage zuvor verschüttet worden waren.

2011

Eine Gasexplosion in einem Kohlebergwerk in Sorange im Südwesten Pakistans kostet mindestens 52 Menschen das Leben.

2012

Mindestens 60 Menschen kommen im Nordosten des Kongos bei einem Erdrutsch in einer Goldmine ums Leben.

2013

83 Arbeiter werden von einem massiven Erdrutsch auf einer Goldmine in Tibet begraben.

Trotz des schweren Unglücks zeigte sich Erdogan optimistisch: „Für unsere eingeschlossenen Geschwister halten wir die Hoffnung natürlich aufrecht“, sagte er am Abend laut Nachrichtenagentur Anadolu. Die Angehörigen bat er um Geduld. Zuvor hatte Erdogan den für den Abend geplanten Empfang zum türkischen Nationalfeiertag und zur Eröffnung des Präsidentenpalastes „Ak-Saray“ (Weißer Palast) abgesagt.

Am Dienstagmittag war in mehr als 300 Meter Tiefe ein Bergwerksschacht eingestürzt. Teile der Mine sind überflutet. Rund 11 000 Kubikmeter Wasser drangen in den Schacht ein. 16 Arbeitern gelang es, sich zu retten. Die Ursache des Einsturzes ist nach wie vor unklar. Das Unglück weckt Erinnerungen an das bislang schwerste Grubenunglück in der Türkei: Im Mai waren im westtürkischen Soma 301 Arbeiter gestorben.

Von

dpa

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