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14.06.2013

16:10 Uhr

Grünes Licht der Euro-Gruppe

Senderschließung in Athen schiebt nächsten EU-Kredit an

Die nächste Milliarden-Kredittranche für Griechenland scheint so gut wie sicher. Die Euro-Gruppe hat einer neuen Rate offenbar zugestimmt. Geholfen haben soll auch die Abschaltung des Staatsfernsehens.

Athen erhält offenbar weitere Kredite der EU. Die Finanzminister entscheiden darüber endgültig zum Monatsende. dpa

Athen erhält offenbar weitere Kredite der EU. Die Finanzminister entscheiden darüber endgültig zum Monatsende.

AthenAuch dank der umstrittenen Schließung des Staatsfernsehens kann Griechenland laut Insidern mit der nächsten Hilfszahlung seiner internationalen Geldgeber rechnen. Zwei Vertreter des Finanzministeriums in Athen sagten Reuters am Freitag, die Euro-Gruppe habe auf Arbeitsebene grünes Licht für die Kredittranche in Höhe von 3,3 Milliarden Euro gegeben. Das abrupte Ende der staatlichen Sender ERT mag die Regierung zwar in eine politische Krise gestürzt haben, aber bei den Kreditgebern kam der Schachzug offenbar gut an. „Die Schließung von ERT war auf jeden Fall hilfreich“, erklärte einer der Insider.

Die Finanzminister hatten die Auszahlung der Tranche bereits vergangenen Monat unter bestimmten Voraussetzungen genehmigt. Bedingung für die Freigabe waren Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung, beim Schuldenerlass für Haushalte sowie Reformen auf dem Elektrizitätsmarkt. Die Freigabe auf Arbeitsebene ebnet nun den Weg für die endgültige Zustimmung der Finanzminister. Es wird damit gerechnet, dass sie die Auszahlung Ende des Monats offiziell durchwinken.

Ende für den Staatsrundfunk: Griechenland schaut in die Röhre

Ende für den Staatsrundfunk

Griechenland schaut in die Röhre

Kein Bild, kein Ton: Griechenland hat den staatlichen Rundfunk ausgeschaltet. Um zu sparen, verzichtet zum ersten Mal eine Regierung auf staatliche Medien. Die deutschen Gebührenzahler beobachten das Experiment gespannt.

Die Überweisung dieser Tranche würde das Volumen der seit Mitte 2010 insgesamt ausgezahlten Hilfskredite auf rund 210 Milliarden Euro erhöhen. EU und IWF haben bis 2014 insgesamt 240 Milliarden Euro dafür zugesagt, eine Staatspleite Griechenlands zu verhindern.

Der Forschungsdirektor im Bereich International Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Christian Dreger, wertet die jüngste innenpolitische Zuspitzung in Griechenland infolge der Sender-Schließung als Beleg dafür, dass das Land noch lange eine Risiko für die Euro-Zone darstellt. Die Konsolidierungsanstrengungen zur Sanierung der öffentlichen Haushalte erforderten nicht nur in Griechenland einen langen Atem. Die damit verbundenen Einsparmaßnahmen und Ausgabenkürzungen wirkten zunächst negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung. „Daher besteht immer das latente Risiko, dass große Teile der Bevölkerung den Kurs nicht mehr tragen und es zu Neuwahlen kommt, die destabilisierende Auswirkungen im Euroraum haben könnten“, sagte Dreger Handelsblatt Online. „Umso wichtiger ist, die Konsolidierung durch wachstumsstimulierende Maßnahmen zu ergänzen, um die Akzeptanz der Politik in der Bevölkerung zu stärken.“

Kommentare (6)

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14.06.2013, 15:47 Uhr

Überraschung!

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14.06.2013, 15:48 Uhr

"Geholfen haben soll auch die Abschaltung des Staatsfernsehens."

Wie schön. Dann kann man es ja jetzt wieder anschalten. Ziel wurde ja demnach erreicht.

Was für eine Finte kommt vor dem nächsten Kreditpaket? Abschalten des Mobilfunks ?

Die lächerlichen Euroretter sind wirklich unterhaltsamer als jeder Spielfilm...

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14.06.2013, 16:03 Uhr

So ein Quatsch.Das war schon vorher alles klar.

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