Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.05.2014

21:03 Uhr

Guantanamo

US-Richterin stoppt Zwangsernährung

Seit mehr als zehn Jahren sitzt der Syrer Abu Wa'el Dhiab im US-Gefängnis Guantanamo. Der gewaltsame Bruch seines Hungerstreiks muss nun vorerst unterlassen werden. „Höchst verstörend“ nennen Aktivisten den Fall.

Menschenrechtsgruppen, hier eine Protestaktion von Amnesty International, prangern seit Langem an, dass die Insassen in Guantanamo jahrelang ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden. dpa

Menschenrechtsgruppen, hier eine Protestaktion von Amnesty International, prangern seit Langem an, dass die Insassen in Guantanamo jahrelang ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden.

GuantanamoEin US-Bundesgericht hat die Zwangsernährung eines syrischen Häftlings im Gefangenenlager Guantanamo vorübergehend gestoppt. Richterin Gladys Kessler ordnete am Freitag an, dem Gefangenen Abu Wa'el Dhiab bis Mittwoch keine Nahrung mehr gegen seinen Willen zuzuführen. Zudem forderte sie die US-Behörden auf, Videos von der Behandlung des 42-Jährigen auszuhändigen.

Nach Angaben der Menschenrechtsgruppe Reprieve zeigen die Aufnahmen, wie der Gefangene zwischen April 2013 und Februar 2014 von Wachleuten gewaltsam aus seiner Zelle gebracht und zwangsernährt wird. Der Syrer wird seit mehr als zehn Jahren ohne Prozess auf dem US-Militärstützpunkt auf Kuba festgehalten, obwohl bereits 2009 seine mögliche Freilassung beschlossen wurde.

Die US-Regierung hatte bestätigt, dass der gebürtige Libanese Dhiab, der in einen Hungerstreik getreten war, zwangsernährt wird. Nach Einschätzung von Reprieve ist eine Rückkehr Dhiabs nach Syrien wegen des dort herrschenden Bürgerkriegs derzeit nicht möglich. Zudem sei er gesundheitlich schwer angeschlagen. Die Aktivisten nannten die Behandlung Dhiabs „höchst verstörend“.

Geheimgefängnisse: Die Folterkeller der CIA

Geheimgefängnisse

Die Folterkeller der CIA

Brutale Verhörmethoden und illegaler Freiheitsentzug – die CIA hat im Kampf gegen den Terror skrupellos agiert. Im Prozess um die Anschläge vom 11. September dürfte der Senats-Untersuchungsbericht eine Rolle spielen.

Menschenrechtsgruppen prangern seit Langem an, dass die Insassen in Guantanamo jahrelang ohne rechtsstaatlichen Schutz festgehalten werden. In dem nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eingerichteten Lager werden noch immer 154 Männer festgehalten.

Von

afp

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×