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25.01.2005

12:28 Uhr

„Guerillakrieg kein Terror“

Islamisten in Mailand freigesprochen

Drei Islamisten wurden von einem Gericht in Mailand mit der Begründung freigesprochen, der Guerillakrieg im Irak könne nicht einfach mit Terrorismus gleichgesetzt werden.

HB MAILAND. Die Staatsanwaltschaft hatte den drei Nordafrikanern vorgeworfen, sie hätten in Italien Selbstmordattentäter für den Irak rekrutiert. Außenminister Gianfranco Fini äußerte sich empört über das Urteil. „Freiheit für Kamikazekämpfer“, kommentierte die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ am Dienstag.

„Wer Attentate in einem kriegerischen Umfeld unternimmt, die keine Zivilisten treffen, ist kein Terrorist“, begründete das Gericht das Urteil am Montagabend. Es habe sich dabei auch auf eine Definition des Terrorismus durch die Vereinten Nationen berufen. Dagegen sagte Fini, er habe mit „Wut und Fassungslosigkeit“ reagiert. Die Unterscheidung zwischen Guerillakrieg und Terrorismus sei angesichts der Realität im Irak nicht nachzuvollziehen.

Allerdings blieben die drei Männer weiter in Haft, weil sie wegen Unterstützung illegaler Einwanderung in Italien verurteilt wurden. Zwei weitere Angeklagte wurden an ein andere Gericht verwiesen. Die Angeklagten kamen den Angaben zufolge aus Marokko und Tunesien.

Italienische Geheimdienste hatten in der Vergangenheit immer wieder behauptet, in Norditalien gebe es islamistische Zellen mit Verbindungen zu El Kaida. Mehrfach gab es Prozesse, die aber häufig mit eher kurzen Haftstrafen endeten.

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