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10.07.2011

15:59 Uhr

Gutachten

Niedrige Renditen hindern Energienetze

VonKlaus Stratmann

ExklusivDie staatlich gedeckelten Renditen für Strom- und Gasnetze liegen in Deutschland unter dem europäischen Durchschnitt - so das Ergebnis eines Gutachtens des Finanzanalysten Nera Economic Consulting, das dem Handelsblatt vorliegt.

Hochspannungsmasten vor dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld Unterfranke. Quelle: dpa

Hochspannungsmasten vor dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld Unterfranke.

BerlinDas Gutachten empfiehlt, den Netzbetreibern in Deutschland höhere Renditen zuzubilligen. Es bestehe „enormer Netzausbaubedarf“. Daher sei es wichtig, „dass der festzulegende Zinssatz in der Lage ist, knappes Kapital in deutsche Energienetze zu lenken“, heißt es in dem Gutachten. Um Investitionen in Deutschland interessant zu machen, müsste nach Ermittlung von Nera in Deutschland ein nominaler Eigenkapitalzins von mindestens 11,6 Prozent festgelegt werden. Tatsächlich lässt die Bundesnetzagentur für Neuinvestitionen in Strom- und Gasnetze nur Eigenkapitalzinsen in Höhe von 9,29 Prozent vor Körperschaftsteuer und nach Gewerbesteuer zu. Unter Berücksichtigung aller steuerlichen Lasten liegt der Zinssatz nach Angaben von Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland bei 7,8 Prozent, in Spanien dagegen bei 11,1 Prozent, in Großbritannien bei 9,6 Prozent.

„Die Regulierung in Deutschland hat bisher wenig Investitionsanreize gesetzt und einen Fokus auf Kostensenkungen gelegt“, sagte Hildegard Müller, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt. Der BDEW hat das Nera-Gutachten in Auftrag gegeben. „Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, müssen sich die Investitionsbedinungen verbessern“, sagte Müller. „Die Bundesnetzagentur sollte dies bei der neuen Festlegung der Zinssätze für die Gasnetze im Herbst und später auch für die Stromnetze unbedingt berücksichtigen.“

In der Politik stößt die Forderung auf Zustimmung: „Wenn wir Kapital nach Deutschland holen wollen und schnell voran kommen wollen, dann müssen wir attraktive Bedingungen bieten“, sagte Thomas Bareiß (CDU), energiepolitischer Koordinator der Unionsfraktion, dem Handelsblatt. Die Ziele zum Ausbau der Netze ließen sich nicht erreichen, „wenn die Renditen im internationalen Vergleich am unteren Ende der Skala liegen“, sagte er. Höhere Netzrenditen seien der Preis der Energiewende.

Kommentare (1)

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MaWo

10.07.2011, 20:00 Uhr

Hallo,
dann müssten im Umkehrschluss die Stromkosten "gedeckelt" werden.

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