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21.04.2012

10:45 Uhr

Guttenberg bei IWF-Tagung

Prinz und Aschenputtel

VonMarkus Ziener, Donata Riedel

Ring frei für zwei Shootingstars: Karl-Theodor zu Guttenberg trifft Jörg Asmussen. In Washington zeigen ein früherer und ein aktueller Aufsteiger, wie eine Politkarriere funktioniert - und wie nicht.

Auch sein Charme konnte ihm irgendwann nicht mehr helfen: Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Sicherheitskonferenz Halifax International Security Forum. dapd

Auch sein Charme konnte ihm irgendwann nicht mehr helfen: Der frühere Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bei der Sicherheitskonferenz Halifax International Security Forum.

WashingtonSichtlich unwohl fühlt sich Karl-Theodor zu Guttenberg. Angetan in hellgrauem Nadelstreifen rutscht er auf seinem Sessel herum, schlägt mal die Beine links und dann wieder rechts übereinander und lässt einen Stift zwischen den Fingern rotieren. Möglichst beiläufig wandern seine Augen durch den Raum. So, als wollten sich Guttenberg vergewissern, was er schon beim Betreten ahnte: Dass er hier nicht nur vor wohlmeinenden amerikanischen Experten über die Eurokrise debattieren wird. Sondern vor deutschen Journalisten, die plötzlich Stuhlreihe um Stuhlreihe füllen und in Mannschaftsstärke vor ihm sitzen.

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Karl-Theodor zu Guttenberg: Ehemaliger deutscher Wirtschafts- und Verteidigungsminister, ehemaliger Doktor der Rechtswissenschaften und ehemaliger Hoffnungsträger und Kanzlermaterial der CSU.  Diskutieren soll Guttenberg mit einem anderen politischen Shootingsstar: Mit Jörg Asmussen. Der ist vom Ministerialdirektor zum Staatssekretär und dann zum deutschen Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank durchgestartet. Mit 45 Jahren ist das SPD-Mitglied Asmussen nur eine Handvoll Jahre älter als „KT“. Aber vor allem hat Asmussen einen großen Vorteil: Er ist bei seinem Aufstieg nicht abgestürzt.

Nach 60 Minuten in den Katakomben des renommierten Thinktanks CSIS in Washington, für den KT als One-Dollar-Man unterwegs ist, glaubt man besser zu verstehen, warum das so ist. Weil Asmussen langsam, überlegt und strukturiert redet. Weil er das sagt was nötig ist und ansonsten einen Punkt setzt. Während Guttenberg ein wahres Füllhorn an Versatzstücken auf die Zuhörer ausschüttet, von denen sich am Ende jeder selbst überlegen kann, was der Ex-Minister wohl gemeint haben könnte.

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Die schiere Zahl der Gedanken, die aus dem Bayern herauspurzeln, sollen aber möglicherweise nur verschleiern, dass KT inhaltlich auf dem Rückzug ist. Denn vor einem knappen halben Jahr hatte er auf einem Sicherheitsforum im kanadischen Halifax sein Comeback ausgetestet – mit einer politischen Breitseite gegen Europa und die Manager der Eurokrise. Denen warf er damals Unfähigkeit vor („Wir stolpern von einer Krise in die nächste“) und mangelnde Leidenschaft („Es fehlt beim Thema Europa an Gefühl, an Emotion“).

Kommentare (12)

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EILT

21.04.2012, 11:39 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

Wutbuerger

21.04.2012, 12:04 Uhr

Beide recht unsympathische Zeitgenossen, die früher oder später leider noch eine wichtige Rolle spielen werden.

Account gelöscht!

21.04.2012, 12:05 Uhr

Ring frei für zwei Günstlinge der Macht hinter den Kulissen..

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