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08.06.2013

03:10 Uhr

Hacker-Angriffe

Obama gibt Anweisungen für Cyber-War

Big Data, Big Brother - und World Wide War? Zum dritten Mal in dieser Woche hat eine Zeitung US-Geheimdienst-Aktivitäten enthüllt. Demnach soll Obama eine Liste mit Zielen für Cyber-Angriffe erstellen lassen.

Passwörter werden bei Cyber-Angriffen umgangen, um etwa Stromnetze lahmzulegen oder Informationen zu stehlen.

Passwörter werden bei Cyber-Angriffen umgangen, um etwa Stromnetze lahmzulegen oder Informationen zu stehlen.

WashingtonDie USA bündeln auf Anordnung von Präsident Barack Obama ihre Kräfte für künftige Cyber-Offensiven - einer Art virtueller Kriegführung im World Wide Web. Auf diese dritte Enthüllung der britischen Zeitung „Guardian“ in dieser Woche reagierte am Freitag die Nationale Sicherheitsbehörde (NSA) mit einer Art Bestätigung: NSA-Sprecherin Caitlin Hayden sagte in Washington, die Direktive Obamas fordere dazu auf, sogenannte Cyber-Tools „in alle zur Verfügung stehenden Werkzeuge der nationalen Sicherheit zu integrieren“.

Der „Guardian“ hatte zuvor berichtet, Obama habe die Geheimdienste angewiesen, eine Liste mit potenziellen Zielen für Cyber-Angriffe im Ausland zu erstellen. Der Bericht erschien wenige Stunden vor einem Treffen Obamas mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Die USA haben China als Urheber von Cyber-Angriffen auf US-Einrichtungen bezeichnet. Der sogenannte Cyber-Krieg ist vermutlich ein Hauptthema beim Treffen der beiden Präsidenten am Freitag.

Der „Guardian“-Bericht enthielt Details, die bisher noch nicht veröffentlicht waren. Das Weiße Haus hatte im Januar eine bis dahin geheim gehaltene Zusammenfassung der Direktive veröffentlicht. Im März hatte das Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass Cyber-Teams gebildet werden, die offensive Operationen ausführen sollen, um die Bedrohung eines elektronischen Angriffs auf die USA abzuwehren.

Die 18-seitige Direktive beinhaltet auch Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen dahingehend, dass alle Cyber-Aktivitäten der USA innerhalb inländischer und internationaler Gesetze bleiben müssen. Jegliche Maßnahmen, die erhebliche Folgen haben könnten, benötigen zudem eine Extra-Genehmigung des Präsidenten.

Außerdem weist das Dokument die beteiligten Behörden an, die Folgen jeglicher Cyber-Aktivitäten zu durchdenken. Dazu gehörten etwa die Auswirkungen von Datensammlungen, das Risiko eines Vergeltungsschlags, die Folgen für die Stabilität und die Sicherheit des Internet, das Verhältnis zwischen den politischen Risiken und Gewinnen sowie die mögliche Schaffung unwillkommener Normen im internationalen Verhalten.

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Obama verteidigte am Freitag die massive Internet- und Telefonüberwachung durch US-Geheimdienste. Die geheime Sammlung der Daten sei mehrfach vom Kongress gebilligt worden, sagte Obama am Freitag. Er versicherte den US-Bürgern, dass niemand ihre Gespräche mithöre. Es würden lediglich Nummern und die Dauer der Verbindungen erfasst. Das Programm zur Überwachung des Internets beziehe sich zudem nur auf Nutzer im Ausland, nicht auf Einwohner der USA.

Man müsse verstehen, „dass man nicht 100 Prozent Sicherheit und gleichzeitig 100 Prozent Privatsphäre und null Unannehmlichkeiten haben kann“, sagte Obama bei einer Veranstaltung im kalifornischen San José. Er habe nach seinem Amtsantritt einige Sicherheitsklauseln zum Datenschutz verstärkt. Insgesamt seien die Abhör- und Spähprogramme aber notwendig, um Terroranschläge zu verhindern, sagte Obama.

Kommentare (8)

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Account gelöscht!

08.06.2013, 05:17 Uhr

Man kann da herumreden was man will. Es ist einfach der groesste Spionageskandal aller Zeiten. Er betrifft so ziemlich alle Menschen, Unternehmen, Institutionen, etc. mit Internetzugang auf diesem Planeten.

Obama findet dies gut, wie seine Gelddruckmaschine FED, wie seine Drohneneinsaetze, wie... Fuer viele Leichtglaeubige ein grandioser Schauspieler, dem sie kritiklos vertrauen.

Also wenn nichts dagegen unternommen wird, dann sollten wir das Internet besser wieder abschaffen.

yoski

08.06.2013, 06:08 Uhr

Vorsichtig mein lieber EURO, wir haben ihre IP Adresse und Wohnort. Sie soltten sich ein wenig zurueck halten sonst gibts Drohnen Einsaetze in ihrer Nachbarschaft. Sie wollen doch nicht las Collateralschaden in die Geschichte eingehen oder?

Account gelöscht!

08.06.2013, 07:15 Uhr

@yoski

So ist es. Und im Vergleich zu vielen anderen Skandalen geht der weiter, jetzt, morgen und vermutlich fuer immer. Ich habe dies ohnehin immer vermutet, aber jetzt ist die Sache klar.

Das Internet ist damit fuer vertrauliche und persoenliche Informationen unnutzbar geworden. Ich hoffe, dass sich alle Laender der Welt zusammenschliessen und dagegen angehen. Es ist ja die ganze Welt betroffen und hier nicht nur Privatpersonen, sondern ALLE die das Internet nutzen. Und auch solche Dinge wie Bankgeheimnisse, Arztgeheimnisse, was auch immer - voellig transparent sobald Information das Internet nutzt.

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