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12.04.2015

16:39 Uhr

Hackerangriff auf TV5

Waren auch andere Sender betroffen?

Nach dem Hackerangriff auf den Sender TV5 in der vergangenen Woche, prüft nun laut Medienberichten die EU-Kommission, ob weitere Sender betroffen sind. Eine Transparenzrichtlinie könnte noch vor dem Sommer kommen.

TV5 Monde

IS-Hacker knacken System von französischen TV-Sender

TV5 Monde: IS-Hacker knacken System von französischen TV-Sender

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BrüsselDie Europäische Kommission prüft nach dem Hackerangriff auf den französischen Fernsehsender TV5 Monde, ob es auch gegen andere Sender solche Angriffe gab. EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) sagte der „Welt am Sonntag“, die Kommission habe sich von der französischen Regierung Informationen über den Angriff erbeten. „Wir schauen außerdem, ob es überhaupt die erste Attacke in Europa war – das ist ja noch völlig unklar“, sagte der für die digitale Agenda zuständige Oettinger.

Außerdem diskutiert Brüssel dem Bericht zufolge, ob als Reaktion auf den Angriff die derzeit diskutierte Richtlinie über die Netz- und Informationssicherheit (NIS) noch einmal verschärft wird. Konkret gehe es um die mögliche Ausweitung der Liste von Unternehmen, die Behörden künftig verbindlich über Hackerangriffe informieren sollen. „Wir prüfen das“, sagte Oettinger.

Hackerangriff auf TV5 Monde : „Wir sind wie vor den Kopf geschlagen“

Hackerangriff auf TV5 Monde

„Wir sind wie vor den Kopf geschlagen“

Auch nach 14 Stunden läuft das Programm von TV5 Monde noch nicht wieder normal. Die Cyberattacke hat den französischen Sender hart getroffen. Die Botschaft der IS-Sympathisanten ist zudem eine unverhohlene Drohung.

Mit solch einer erzwungenen Transparenz sollten Angriffe künftig besser abgewehrt werden können. „Ein gut organisierter Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsstaaten über Cyber-Angriffe und IT-Sicherheitslücken kann unser Sicherheitsniveau deutlich verbessern“, sagte Oettinger. Hacker könnten nicht „dieselbe Methode zwei, drei oder viermal anwenden“, weil sie so lange unentdeckt blieben. Die Richtlinie solle möglichst noch vor der Sommerpause verabschiedet werden.

Zuvor hatte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) davor gewarnt, dass der Hackerangriff in Deutschland Nachahmer finden könnte. Über die Urheber der Cyberattacke ist weiterhin kaum etwas bekannt. Offenbar handelte es sich um sehr gut geschulte Hacker, die sich selber als Anhänger der Terrorgruppe IS ausgeben. Einen halben Tag nach Beginn des Angriffs in der Nacht zum Donnerstag, funktionierten die Programme immer noch nicht wieder normal.

Von

afp

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