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26.12.2011

14:38 Uhr

Hängen statt Steinigen

Iranerin droht nun doch Hinrichtung

Eine iranische Ehebrecherin muss wieder um ihr Leben bangen. Ihre Steinigung war nach Protesten vom Tisch. Jetzt droht ihr angeblich der Tod durch den Strang. Selbst Rechtsexperten im Iran reagieren verwirrt.

Sakineh Mohammadi-Aschtiani. dpa

Sakineh Mohammadi-Aschtiani.

TeheranDie geplante Steinigung einer Ehebrecherin im Iran hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt könne Sakineh Mohammadi-Aschtiani der Tod durch den Strang drohen, obwohl sie bislang nur zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden sei. Das teilte der Leiter der Justizbehörde in der Provinz Aserbaidschan im Westiran, Malek Edschdar-Scharifi, laut iranischen Medien am Montag mit. Der Grund: Sie soll ihrem Liebhaber geholfen haben, den Ehemann zu töten.

Die iranische Justiz hatte die 43-Jährige ursprünglich wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt. Nach den Protesten von Politikern und Menschenrechtlern aus aller Welt wurde dieses Urteil aber nicht ausgeführt. Die Frau hat bereits mehrmals gestanden, dass sie einen Liebhaber hatte und mit dessen Hilfe ihren Ehemann tötete. Auch der Sohn von Mohammadi-Aschtiani sagte den Medien, dass seine Mutter den Vater ermordet habe, sie aber nicht hingerichtet werden solle.

Der Fall ist inzwischen selbst für Rechtsexperten im Iran verwirrend. Sie fragen sich, wieso die wegen Mordes angeklagte Frau von einem Gericht in der Provinzhauptstadt Täbris zu einer 10-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt wird, aber dann wieder die Rede von Steinigung ist. Gegen die Freiheitsstrafe sei nämlich keine Revision eingelegt worden.

Doch noch ist der Fall nicht entschieden. Der Chef der iranischen Justizbehörde, Ajatollah Sadek Amoli-Laridschani, müsse entscheiden, was nach islamischem Recht das beste Urteil gegen die Frau sei, sagte Edschdar-Scharifi.

Beobachter im Iran gehen davon aus, dass die Justizbehörde wegen der großen internationalen Aufmerksamkeit gegen eine Todesstrafe entscheiden könnte. Sowohl die Behörde als auch die Regierung wollen das Problem wegen möglicher heikler politischen Konsequenzen vom Tisch haben, wie mit dem Fall Vertraute berichten. Die iranische Führung wolle keinen neuen Skandal, aber auch nicht nach außen den Eindruck erwecken, jeglichem Druck des Westens nachgegeben zu haben, lautet die Begründung.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte letztes Jahr noch dementiert, dass die Frau überhaupt zur Steinigung verurteilt worden sei. Die Justizbehörde widersprach dann dem Präsidenten. Der staatliche Sender Press TV hat den ganzen Fall einschließlich des Mordes an dem Ehemann in einem Dokumentarfilm rekonstruiert - mit der Frau als Hauptdarstellerin. Das Ziel des Filmes war, den Westen davon zu überzeugen, nicht mit einer Mörderin zu sympathisieren.

Von

dpa

Kommentare (10)

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Wahrheit

26.12.2011, 15:16 Uhr

Wenn über Hinrichtungen in Saudi-Arabien so ein Aufstand gemacht würde, dann wären die Gazetten voll damit. Aber das ist ja ein "befreundeter Staat."

noch-eine-Wahrheit

26.12.2011, 15:45 Uhr

Und in den USA würde ihr - je nach Bundesstaat - entweder ebenfalls die Todesstrafe oder lebenslänglich ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Haftentlassung drohen.

Account gelöscht!

26.12.2011, 17:12 Uhr

Islamische Republik Iran :
Ein Auszug aus dem Grundgesetz dieses "Gottesstaates"


11. Prügelstrafe für Frauen ist gerechtfertigt. (Koran 4:34)
12. Die Kinderehe ist gerechtfertigt. (Koran 65:4)
13. Vergewaltigung ist gerechtfertigt, wenn es weniger als 4 männliche Zeugen gibt (Koran 24:13)
14. Raub und Diebstahl gegen Andersgläubige ist eine gute Tat.
15. Mohammed heiratete 51-jährig die 6-jährige Aisha.
16. Mohammed vollzog mit ihr die Ehe, als er 54 war, und sie 9.
17. Nur Mohammed darf so viele Frauen heiraten, wie er will. Die anderen dürfen 4 Ehefrauen haben. (Koran 33:50).

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