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02.01.2011

11:31 Uhr

Haft im Iran

100 Prominente fordern Freilassung von Reportern

Breite Solidaritäts-Adresse für die beiden deutschen im Iran inhaftierten Reporter: 100 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport appellierten in „Bild am Sonntag“ für die Freilassung. Darunter sind Minister, Parteienvertreter, Dax-Chefs und Künstler.

Die beiden Reporter wollten über Sakineh Mohammadi-Aschtiani berichten, die zum Tode verurteilt worden war. Reuters

Die beiden Reporter wollten über Sakineh Mohammadi-Aschtiani berichten, die zum Tode verurteilt worden war.

HB BERLIN. 100 Prominente aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport appellieren in „Bild am Sonntag“ an den Iran, die zwei seit mehr als 80 Tagen inhaftierten Reporter des Blattes freizulassen. An der Solidaritätsaktion beteiligen sich nach Angaben des Blattes mehrere Bundesminister, Vertreter aller Bundestagsparteien, der Deutsche Gewerkschaftsbund, prominente Wirtschaftsführer sowie Nobel- und Oscarpreisträger.

Die Reporter waren am 10. Oktober in der Provinzhauptstadt Täbris beim Versuch verhaftet worden, den Sohn und den Anwalt von Sakineh Mohammadi-Aschtiani zu interviewen. Die Frau sollte zunächst wegen Ehebruchs gesteinigt werden; nun könnte sie wegen Beihilfe zur Ermordung ihres Ehemannes zum Tode durch den Strang verurteilt werden.

Der Fall der wegen Ehebruchs verurteilten Frau hatte weltweit Empörung ausgelöst. Aschtianis Sohn bat die iranischen Richter am Samstag um Gnade für seine Mutter. Die Iranerin selbst, die für ein Treffen mit ihren Kindern das Gefängnis verlassen durfte, sagte vor Pressevertretern, die beiden deutschen Reporter hätten sie in Verlegenheit gebracht. Deshalb wolle sie diejenigen verklagen, „die Schande über mich und das Land gebracht haben“.

Außenminister Guido Westerwelle sagte in der SolidaritätsAktion: „Die beiden (Reporter) müssen so schnell wie möglich freikommen und nach Deutschland zurückkehren. Dafür werde ich mich auch im neuen Jahr mit ganzer Kraft einsetzen.“ Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor sagte: „Ich appelliere an den Iran, die beiden so schnell wie möglich freizulassen. Ein Staat, der wie der Iran ständig um Verständnis wirbt, sollte darauf achten, dies nicht auf anderen Gebieten zu verspielen.“ Finanzminister Wolfgang Schäuble und Arbeitsministerin Ursula von der Leyen appellierten ebenfalls an die Regierung in Teheran, die beiden Deutschen zu ihren Familien zurückkehren zu lassen.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel forderte eine umgehende Freilassung der Journalisten: „Das ist nicht nur eine Frage der Pressefreiheit und der Menschenrechte, sondern auch ein Gebot der Humanität.“ Für die Grünen erklärte Fraktionschef Jürgen Trittin: „Steinigungen, Folter und Unterdrückung gehören zum traurigen Alltag im Iran. Wer darüber berichten will, wird eingesperrt. Dazu dürfen wir nicht schweigen! Die beiden Reporter von „Bild am Sonntag“ müssen sofort freigelassen werden.“

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